AMEOS-Klinikum überführt therapeutisches Behandlungskonzept in eine moderne Tagesklinik
Der Bedarf an tagesklinischen Behandlungsplätzen für junge Menschen mit Angst- und Depressionsstörungen wächst kontinuierlich. Immer mehr Patient:innen benötigen und wünschen sich eine intensive therapeutische Behandlung, die sich gleichzeitig gut in ihren Alltag integrieren lässt. Vor dieser Tatsache hat das AMEOS-Klinikum Bremen reagiert und sein teilstationäres Angebot gezielt ausgebaut. Das Krankenhaus hat das bisher vollstationäre Behandlungsangebot für junge Erwachsene in eine moderne Tagesklinik überführt. Das bedeutet: „Vormals war es eine Station, die jetzt zu einer Tagesklinik umgebaut wurde. Wir hatten schon 35 tagesklinische Plätze, und jetzt haben wir 25 Plätze dazu bekommen. So haben wir jetzt zwei Organisationseinheiten mit insgesamt 60 Plätzen“, erklärt Prof. Dr. Uwe Gonther, ärztlicher Direktor der AMEOS-Klinik.
Die spezialisierte Behandlung bleibt dabei vollständig erhalten und wird konsequent weiterentwickelt. Patient:innen nehmen tagsüber an allen therapeutischen Angeboten teil und kehren am Abend in ihr gewohntes Umfeld zurück. „Diese alltagsnahe Behandlungsform fördert die nachhaltige Stabilisierung und entspricht den heutigen Anforderungen an eine zeitgemäße psychiatrische Versorgung“, betont Krankenhausdirektorin Nadine Armonies. Zu den Angeboten gehören Kunst-, Bewegungs- sowie Theatertherapie. Psychotherapeut:innen und Psycholog:innen bieten Gesprächstherapien an, und Sozialarbeiter:innen unterstützen Patien:innen bei der Bearbeitung von Anträgen und der Vermittlung mit Behörden.
Das allgemeinpsychiatrische Angebot richtet sich an junge Erwachsene aus Bremen und umzu. „Es braucht eine ärztliche oder psychotherapeutische Einweisung. Dann folgt die telefonische Anmeldung. Anschließend wird über die Aufnahme und den Aufnahmezeitpunkt entschieden und die betreffende Person informiert“, erklärt Uwe Gonther die Aufnahmekriterien.
Studien; wie die vom Robert Koch-Institut durchgeführte JEPSY-Studie zur psychischen Gesundheit junger Erwachsener, zeigen, dass psychische Erkrankungen in dieser Altersgruppe weit verbreitet sind und sich insbesondere seit der Corona-Pandemie deutlich verstärkt haben. Ein erheblicher Anteil der 18- bis 25-Jährigen berichtet über depressive Symptome, Angststörungen oder eine insgesamt hohe psychische Belastung. Gleichzeitig besteht eine erkennbare Versorgungslücke, da viele Betroffene keinen oder keinen ausreichenden Zugang zu geeigneten Behandlungsangeboten haben.
Mit der Erweiterung der Tagesklinik stärkt das AMEOS-Klinikum Bremen seine Leistungsfähigkeit deutlich. Künftig stehen 181 vollstationäre und 60 teilstationäre Plätze zur Verfügung und damit insgesamt fünf Plätze mehr als bisher. Damit schafft das Klinikum zusätzliche Behandlungskapazitäten und reagiert aktiv auf die hohe Nachfrage nach tagesklinischen Angeboten. Das AMEOS Klinikum Bremen setzt mit diesem Schritt ein klares Zeichen für eine bedarfsgerechte, moderne und zukunftsorientierte Versorgung psychisch erkrankter Menschen in der Region.
Das Gesundheitsressort bewertet diesen Schritt als positiv: „Bremen setzt schon lange auf die Transformation stationärer Angebote in ambulante, aufsuchende und teilstationäre Leistungen. Wir freuen uns, dass das AMEOS-Klinikum Bremen diese Angebote zukünftig ergänzt“, meint Kristin Viezens, Sprecherin der Gesundheitssenatorin, dazu. Dieselbe Meinung vertritt auch Julia Benz vom Landesverband der Psychiatrie-Erfahrenen (LVPE): „Wenn dadurch vollstationäre Betten abgebaut werden, ist es eine richtige Entwicklung.“
