Filmvorführung: “Oslo, 31. August” – Depri-Dienstag – Begegnungen mit Depression und affektiver Störung

Datum/Uhrzeit
13.11.2018
20:30 - 22:15

Veranstaltungsort
Birkenstraße 1

Kategorie
Keine Kategorien

Tags


Beschreibung

Oslo, 31. August / DEPRI-DIENSTAG

Da Anders bald die Entzugsklinik verlassen wird, soll ihm ein Vorstellungsgespräch bei einer Zeitung eine neue Perspektive geben. Bei dem Freigang realisiert er jedoch die Folgen seines Lebensstils. Er findet sich auf einer Party wieder und verliert sich erneut in der oberflächlichen Leichtigkeit des Lebens. OSLO, 31. AUGUST balanciert hoch verdichtet und stilistisch klar zwischen Sprachlosigkeit und Sprache, Menschenporträt und Stadtlandschaft. Es ist ein stiller Film ohne Empörung, ohne Weinerlichkeit. Ein freundlicher Film ohne Hoffnung, ein heller Film über die Verzweiflung.“ (Frankfurter Rundschau)
Wie Malles Film Das Irrlicht basiert auch dieser Film auf dem Roman Le feu follet von Pierre Drieu la Rochelle, in dem er den Freitod seines Freundes, des Surrealisten Jacques Rigeaut, verarbeitet.

Wir teilen unsere Beziehungen und Gefühle zunehmend in bestimmte, voneinander abgesonderte Lebensbereiche ein und verlernen dadurch, mit Krankheit und Erkrankten umzugehen und Krankheit wie Gesundheit als Teil des Lebens anzuerkennen. Depression, mit der aber viele leben lernen müssen, ist in dieser Beziehung ein einzigartiges Paradox, das die gesellschaftlichen und kulturellen Praktiken des Gesundseins herausfordert.

Am Depri-Dienstag zeigen wir ausgewählte und seltene Filme zu Depression und affektiven Störungen, die sich dieser Problematik stellen: Aufklärend und ergreifend, sind die Vorführungen im Sinne einer differenzierten, mediengerechten Betrachtung eingebettet in Publikumsgespräche mit Experten aus der Depressionsarbeit im gesundheitlichen und kulturellen Metier. Das Programm lädt Interessierte dazu ein, von der gemeinsamen Filmerfahrung aus ins Gespräch mit Betroffenen, mit Angehörigen und Experten zu kommen, und beleuchtet unser gesellschaftliches und familiäres Miteinander. So mag der Blick für eine persönliche, wie auch kulturelle Bedeutung der Erkrankung sensibilisiert werden, um Depression auch im größeren Kontext verstehbar zu machen.

Die Filmreihe vermittelt Forschungsansätze des laufenden Promotionsprojekts „Die ästhetische Dimension der Mental Illness“, das von der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert wird. Das Programm ist eine Kooperation mit dem Institut für Kunstwissenschaft – Filmwissenschaft – Kunstpädagogik, Universität Bremen. Schirmherrin der Filmreihe ist die Bremer Senatorin für Gesundheit, Wissenschaft und Verbraucherschutz, Frau Prof. Dr. Quante-Brandt.

Eintrittspreise
€ 9 / € 6,50 erm. / € 4 KoKi-Mitg