Viele kennen es, die Probleme mit Depressionen und Co., die Welt drumherum erscheint grau und fade. Nichts macht wirklich Freude.
Wie steht es in diesem Moment eigentlich mit einem Hobby?
Hobby ??? Ich habe doch genug andere Probleme, höre ich die Betroffenen sagen. Was soll ich denn damit?
Ich kann das gut verstehen, aber das Thema Hobby hat da für mich eine besondere Bedeutung.
Das Gefühl, wenn alles um einen herum grau erscheint, kenne ich zu gut. Es scheint keinen Ausweg aus einer Situation zu geben. Es fehlt der Mut, mal etwas Neues auszuprobieren.
Eines möchte ich hier noch zuvor erwähnen: Der Tipp mit einem Hobby kann eine professionelle Therapie nicht ersetzen, sondern allenfalls ergänzen.
Damals war ich in so einer Therapie und wurde von einer Freundin zum Malen animiert; es sollte ein gemeinsames Bild entstehen. Einfach drauflos pinseln, ohne groß darüber nachzudenken, hieß es.
„OK, ich mache da mal mit“, dachte ich mir, ohne wirklich Lust dazu zu haben.
Etwas später bemerkte ich überrascht, wie viel Zeit inzwischen vergangen war.
Ich hatte Gefallen daran gefunden und konnte das Wissen aus Berufsschulzeiten (Maler & Lackierer *in) mit einbringen.
Angst vor größeren Flächen hatte ich berufsbedingt auch nicht.
Eines schönen Tages versuchte ich, eigene Ideen umzusetzen.
Das war zwar etwas schwierig, aber es macht Spaß, sich mal auszuprobieren. Dabei verging die Zeit recht schnell und nicht so quälend langsam wie in der Vergangenheit.
Dabei ist es auch gar nicht so schlimm, wenn mal etwas nicht so klappt wie gedacht.
Jeder sollte sich auch mal einen Misserfolg gönnen. Das ist schon fast ein Luxus in unserer Leistungsgesellschaft geworden. Es muss nicht immer alles geschafft werden.
Es machte Spaß, sich den kleinen Herausforderungen zu stellen. Das alles ohne Druck, locker und entspannt an die Dinge herangehen.
So nach und nach kaufte ich mir Zubehör zum Malen. Pinsel, Farben, eine Palette. Nach und nach immer wieder etwas Neues dazu, so dass meine Ausstattung mit der Zeit recht stattlich wurde.
Mit eigenem Material zu arbeiten ist irgendwie viel schöner als mit zur Verfügung gestelltem Material und Werkzeug.
Das alles bereitet mir viel Freude und ich vergesse die schlimmen Zeiten der Depression.
Ja, ich hatte vergessen, dass es mir ja nicht gut geht, und so konnte sich mein Zustand bessern.
Heute zeichne und male ich, baue kleine Dinge aus Pappe. Ohne Bauplan einfach drauflos.
So entstand eine Ukulele und ein Bügeleisen (Modell). Das Tüfteln daran machte wieder viel Spaß. Wieder einmal vergaß ich alles um mich herum.
Das Loslassen und die Dinge einfach mal geschehen zu lassen, tat wirklich gut.
Kreativ zu arbeiten hilft mir heute, mit allem besser zurechtzukommen.
Sport ist für die, die es interessiert, auch ein schönes Mittel, um aus einer Krise wieder herauszufinden. Statt sich um Sorgen und Probleme zu kümmern, einfach mal eine Runde kicken.
Auf jeden Fall aktiv werden und nicht darauf warten, dass von allein etwas passiert.
Schlusswort:
Ein Hobby allein hilft nicht. Aber es ist eine tolle Ergänzung zu einer Therapie. Es macht Freude und stärkt das Selbstbewusstsein.
Eine Therapie kann auch sehr anstrengend werden und ein Hobby hilft beim Entspannen.
Wichtig ist dabei nur eines: dass es der betroffenen Person wirklich Spaß macht. Die Person soll sich allenfalls um sich selbst kümmern.