Autor:in: Volker Althoff

Open Call – Theaterprojekt maksimi*

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Simone Zinke (Schauspielerin und Regisseurin), Maxi Heinrich (Theatermacherin) und Janis E. Müller (Sound- und Videokünstler) suchen für ihr inklusives Theaterprojekt maksimi* interessierte Menschen mit Beeinträchtigungen, die Lust haben auf der Bühne zu stehen und zu spielen. Im August soll das Vorhaben starten.

Maksimi* steht für ein Theater, in dem der Mensch in seiner Komplexität das Material des künstlerischen Labors ist. Die Künstler:innen Simone Zinke, Maxi Heinrich und Janis E. Müller verbindet die Leidenschaft für das performative Theater. Sie begeistern die Darstellungen des Absurden und Imperfekten. Gemeinsam wollen sie aus der Unterschiedlichkeit des Einzelnen schöpfen und ein inklusives Theaterkollektiv mit Performer:innen mit Beeinträchtigung in Bremen etablieren, das sich deutlich in der darstellenden Kunst und nicht in der Soziokultur positioniert.

Hierzu suchen die drei Künstler:innen theaterinteressierte Menschen mit Beeinträchtigungen, die Lust haben, die Herangehensweise von maksimi* kennenzulernen.

Das Ziel von maksimi* ist, die Barrieren zwischen professionellen und beeinträchtigten Performer:innen zu brechen und ein Selbstverständnis von Behinderung in der freien Theaterszene zu schaffen.

Das 2021 gegründete Theaterkollektiv forscht interdisziplinär an Formen performativen Theaters von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. Maksimi* möchte das Kollektiv inklusiv werden lassen, weil es davon überzeugt ist, dass die Ästhetik der Behinderung einen festen Platz im postdramatischen Theater braucht. Durch einen Auswahlprozess soll das Kollektiv mit neuen Performer:innen mit Beeinträchtigung erweitert werden. Im Vordergrund des Auswahlprozesses werden der Umgang mit der eigenen körperlichen Beschaffenheit und die Herausbildung des darin verborgenen Unikums stehen. Die alten und neuen Performer:innen werden sich mit kollektiver Theaterarbeit auseinandersetzen, in der jede:r die künstlerische Leitung übernimmt. Nach dem Auswahlprozess folgt ein einwöchiges LAB (künstlerischer Forschungsraum), in dem sich das neue Kollektiv den zuvor erarbeiteten Ergebnissen widmet. Das LAB soll die Basis für eine erste gemeinsame Produktion bilden. Das Forschungsergebnis wird in einer öffentlichen Probe im November 2022 in Bremen präsentiert.

Der Antrieb der Künstler:innen für maksimi* war die Beobachtung, dass Theaterprojekte mit Menschen mit Beeinträchtigung in Bremen von klassischem Regietheater geprägt sind. Menschen mit Beeinträchtigung leben häufig in der Gewohnheit, dass für sie entschieden und gedacht wird. Damit Inklusion auch im Theater funktioniert, braucht es aber die Überzeugung, dass das schöpferische und künstlerische Wirkungsvermögen von Menschen mit Beeinträchtigung das Theater bereichert und erweitert. Es braucht Theaterformate, die von Akteur:innen mit und ohne Beeinträchtigung entwickelt werden. Das performative Theater kann die eigene künstlerische Identität hervorbringen. Dabei liegt die Chance des Performativen darin, Alltag erfahrbar und darstellbar zu machen. Auf diese Weise können sich die Performer:innen in ihrer Echtheit sichtbar machen und ihre gesellschaftlichen Positionen darstellen, mitdiskutieren und professionelles Theater gestalten. Es geht um die Idee der Bühne als ein Ort der Emanzipation. Performatives Theater kann Zugänge ermöglichen, innerhalb derer Darstellende und Zuschauende mit Klischees und Konstruktionen von Körper und Gesellschaft konfrontiert werden. Und darum soll es in den Arbeiten von maksimi* gehen.

Wer also diesen Prozess mitgestalten möchte, der kann an einem Kennenlern-Wochenende – am Sonntag, den 21. und Montag, den 22. August 2022 – teilnehmen. Anmeldungen können telefonisch unter 0176-61 66 45 98 oder per E-Mail an: maksimi.bremen@gmail.com erfolgen.

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