ich arbeite draußen im freien
mal meine bilder so wie´s das licht hergibt,
sing meine lieder so wie´s grad am besten klingt,
schreib meine gedichte wo ich atmen kann
muss mich an die dunkelkammer erinnern
dort, wo die bilder entstanden
wo alles keimte
wo der nährboden war
nur manchmal, wenn der wind bläst,
mir meine leinwand wegweht,
mich meine eigenen noten vergessen macht,
dann schweig ich erstmal und such nach einem unterschlupf
und ich scheine zu fliegen umher
aufgewühlt
und kann nirgendwo platz finden
um atem zu schöpfen, für mich
meine seele wandert weiter
sucht nach einem zu hause
landet notgedrungen
dort, wo sie wieder nicht fliegen kann
menschen verstehen mich miss
manche nehmen es mir übel
dass ich leben möchte
ohne gebühr zu entrichten
manchmal wird man gesehen, wenn man so im freien arbeitet,
selbst wenn man im schatten steht,
fragen sich menschen, was man da tut,
interessieren sich dafür, ob man sich das leisten kann
manche schauen kritisch,
manche wundern sich,
manche verachten dich,
es gibt auch welche, die lieben dich!
manchmal hab ich alle fenster zugezogen,
fürchte das licht und die frische luft,
möchte nicht gesehen werden!!!
dann spüre ich einen druck auf meiner brust, meistens
wenn ein vogel flügel hat, dann möchte er fliegen,
wenn ein mensch einen verstand hat, dann möchte er ihn benutzen,
wenn ein fluss fließt, dann fließt er, und du hältst ihn nicht auf,
denn er fließt ins meer!
dort, wo sich alle wasser treffen,
wo alles sich wieder findet,
wo alles, was wichtig war zu einem nichts zerfällt,
wo geborgenheit glänzt wie in einem traum
ich halte gerne mein gesicht hin, wenn ich im freien arbeite,
lasst mich!
lasst mich bitte bitte einfach tun,
was kümmert es euch?
ich habe einen dunkelblauen arbeitsanzug an,
ich bin ein werktätiger!
im zeichen der liebe!
vierundzwanzig stunden!
verzeiht mir, aber ich arbeite gerne im feien,
dort wo ein frischer wind mir um die nase weht,
wo keine wände mich einschränken,
keine bilder an den wänden hängen!
