Autor:in: Schwingen der Freiheit

Rosa Einhorn und schwarzer Drache im Inventaralbtraum

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Mitten im glitzernden Wolkenkönigreich stand ein sehr gestresstes rosa Einhorn vor seinem Kristallpalast. Es war oberste Regenbogenbeauftragte, Lieferantin von Feenstaub und zuständig für alles, was funkelt – doch die Bestände waren mal wieder völlig im Eimer.

„Also irgendwo muss doch noch eine Kiste mit Regenbogenkonzentrat sein! Und wer hat den ganzen Feenstaub verballert?“, murmelte das Einhorn und starrte verzweifelt auf eine endlose, zerknitterte Pergamentliste, auf der in krakeliger Schrift Dinge standen wie:

12× Glitzerstaub, vielleicht
3½ Regenbögen (kaputt?)
Eine Kiste Einhornkonfetti (angeblich bestellt, aber keiner weiß wo)

Genervt schnaufte es, stampfte mit dem Huf und rief: „SCHWARZER DRACHE! HIERHER! JETZT!“

Ein paar Minuten später landete mit einem tiefen „WUMMS“ ein großer schwarzer Drache auf der Wolkenterrasse. Schwarze Schuppen, blau funkelnder Blick – aber mit einer sehr ordentlichen, bei Sonnenschein sich selbst tönende Brille auf der Schnauze.

„Du hast gerufen, Herrin der… äh… chaotischen Listen?“, fragte der Drache trocken.

„Ich brauche Regenbögen. Feenstaub. Glitzer. Alles. Sofort. Und ich habe keine Ahnung, was wir noch im Inventar haben. Also: Du kümmerst dich ab jetzt ums Inventar!“, erklärte das Einhorn und schob ihm das Pergament unter die Schnauze.

Der Drache schaute auf die Liste. Dann noch mal. Dann drehte er das Pergament, als würde es von der anderen Seite mehr Sinn ergeben.

„…Was ist das?“

„Unsere Inventarliste“, sagte das Einhorn stolz – aber leicht unsicher.

Der Drache rieb sich die Schläfen. „Hier steht bei Feenstaub: ‚viel‘. Bei Regenbögen: ‚müssten noch irgendwo sein‘. Und beim Glitzer: ‚ist immer knapp‘. Das ist keine Inventarliste, das ist ein emotionaler Lagebericht.“

In den nächsten Tagen versuchte der Drache pflichtbewusst, Ordnung hineinzubringen. Er zog neue Pergamente auf, machte Spalten für „Artikel“, „Bestand“, „Bestellt von“, „Angekommen am“, „Lagert im Regenbogengang, Fach X“ und „Zustand“. Doch je mehr er übertrug, desto schlimmer wurde es:

Bestellungen lagen in einem anderen Turm, auf anderen Zetteln.
Niemand wusste, welcher Regenbogen zu welcher Bestellung gehörte.
Feenstaub-Bestände wurden „nach Gefühl“ geschätzt.
Für manche Dinge gab es nur Notizen wie „fragt mal die kleine Wolke von neulich“.

Nach dem dritten Tag Pergament-Hölle, in der seine Klaue schon ganz verkrampft war, knurrte der Drache: „So geht das nicht. Wir brauchen ein System. Ein RICHTIGES System.“

Er setzte sich vor seine magische Kristallkugel, in der all das Wissen der Menschenwelt gespeichert war, und studierte, wie Sterbliche ihre Bestände verwalteten. Da tauchte immer wieder ein Begriff auf: „Access-Datenbank“.

Der Drache setzte seine Brille zurecht, las und begann zu verstehen:

„Aha… Eine Tabelle für alle magischen Artikel – Regenbögen, Feenstaub, Glitzer, Einhornkonfetti. Eine zweite Tabelle für Bestellungen. Und man kann sie miteinander verknüpfen. Und dann Formularmasken, damit niemand mehr direkt im ‚Roh-Pergament‘ herumschmiert…“

Je mehr er las, desto klarer wurde ihm: Das, was sie da im Palast taten, war die Vorhölle aus Zettelwirtschaft und „steht irgendwo in einer Liste“.

Er entwarf im Kopf:

Tabelle Artikel:
ArtikelID
Name (z.B. „Feenstaub Gold“, „Regenbogen Standard“, „Einhornkonfetti bunt“)
Kategorie (Feenstaub, Regenbogen, Deko, Zubehör)
aktueller Bestand
Lagert in (Ort)

Tabelle Bestellungen:
BestellID (interne Bestellnummer)
Datum
bestellt von (z.B. „rosa Einhorn“)
Lieferant (z.B. „Glitzer-Großhandel Südwolke“)

Tabelle Bestellpositionen:
PositionID
BestellID
ArtikelID
Menge bestellt

Aus den Bestellungen würden bei Wareneingang automatisch Bestände angepasst und neue Artikel ins Inventar übernommen. Egal ob Regenbogen oder Feenstaub – alles sauber nachverfolgbar.

Der Drache war im Flow. Er stellte sich vor:

Ein Formular „Neue Bestellung“: Das rosa Einhorn klickt nur noch Artikel an, trägt Mengen ein, und die Daten landen ordentlich in der Datenbank.
Ein Formular „Artikelbestand“: Man sieht sofort, wie viel Feenstaub noch da ist, wann die letzte Lieferung kam und aus welcher Bestellung sie stammt.
Eine Abfrage „Was ist fast leer?“, damit Feenstaub nie wieder „über Nacht einfach so“ ausgeht.

Doch als er all das umsetzen wollte, kam der Haken: Im Palast gab es… kein Access. Nur die große, alte Zettelwirtschaft und ein paar Exceltabellen, die notdürftig noch irgendwie mit Magie zusammengehalten wurden.

Der Drache ließ die Schultern sinken. Dann ging er zum rosa Einhorn, das gerade versuchte, aus Restglitzer einen halbwegs brauchbaren Regenbogen zu improvisieren.

„Ähm… Herrin der Regenbögen? Wir müssen reden.“

„Wenn du mir sagst, dass wir keinen Feenstaub mehr haben, schreie ich“, sagte das Einhorn.

„Das… auch. Aber das ist nicht das Hauptproblem“, antwortete der Drache. „Das Problem ist: Wir haben kein System. Unsere ‚Inventarliste‘ und die Bestellungen leben in zwei verschiedenen Welten. Ich habe mir angeschaut, wie die Menschen das machen. Was wir bräuchten, ist eine Access-Datenbank.“

Das Einhorn blinzelte. „Warum das? Pergament geht doch auch. Also… irgendwie.“

Der Drache seufzte tief, holte Luft und erklärte:

„Schau:

Bestellungen und Bestand gehören zusammen.
Im Moment bestellst du Regenbögen und Feenstaub auf einem Excel‑Pergament, und irgendwo anders führst du deine Inventarliste. Niemand sieht auf einen Blick: ‚Dieser Feenstaub stammt aus dieser Bestellung.‘ Mit einer Access‑Datenbank verknüpfen wir Bestellungen, Bestellpositionen und die eigentlichen Artikel in einem System. Keine Doppelpflege, kein ‚steht irgendwo anders‘ mehr.

Automatische interne Bestellnummern:
Statt ‚irgendeine Bestellung vom letzten Vollmond‘ gäbe es eine automatische Bestellnummer: B0001, B0002, B0003… Jede Bestellung ist eindeutig, kann später gesucht und ausgewertet werden.

Automatische Inventarnummern für neue Artikel:
Wenn neue Regenbögen oder Feenstaub eintreffen, erzeugt das System Inventarnummern für neue Artikel. Kein ‚ach, den haben wir einfach dazugelegt‘, sondern: klar nachvollziehbar, was neu ist und wo es herkommt.

Formulare statt Pergament-Chaos:
Du müsstest nicht mehr in rohen Tabellen oder Zetteln herumstochern. Es gäbe einfache Formulare:
‚Neue Bestellung anlegen‘
‚Wareneingang verbuchen‘
‚Bestand prüfen‘
Das ist für dich und alle anderen im Palast wesentlich leichter, als kryptische Listen zu pflegen.

Auswertungen ohne Zaubertricks:
Auf Knopfdruck könnten wir Abfragen machen:
‚Zeig mir alle fast leeren Feenstaubsorten.‘
‚Welche Regenbögen wurden im letzten Monat geliefert?‘
‚Welche Artikel sind seit drei Monden nicht mehr bewegt worden?‘
Das geht mit Access wesentlich sauberer und stabiler als mit unzähligen Excel‑Blättern und Pergamenten.“

Das Einhorn hörte zu, wurde langsam still und sah dann auf seine zerkratzten, bekritzelten Listen.

„Und… warum machst du das dann nicht einfach? Du bist doch der Drache. Du kannst doch alles.“

Der Drache schaute verlegen zur Seite. „Weil wir im Palast kein Access haben. Ich kann dir theoretisch genau sagen, wie wir es aufbauen müssten. Ich kann dir Tabellenstruktur, Beziehungen, Formulare und Nummernlogik durchplanen. Aber ohne das eigentliche Werkzeug bleibt es bei Theorie.“

„Also ist es…“, das Einhorn seufzte, „wieder so eine Sache, die an der Ausstattung scheitert?“

„Genau“, nickte der Drache. „Wir haben einen Haufen Feenstaub‑Zettel, aber kein vernünftiges Werkzeug, um daraus ein echtes System zu machen. Wenn wir Access hätten, könnte ich dir zeigen, wie unsere Bestellvorgänge und die Inventarliste in einer einzigen Datenbank zusammenlaufen, so dass du nie wieder vor leeren Regalen stehst und ‚irgendwo wird schon noch was sein‘ sagen musst.“

Das Einhorn schwieg kurz und schaute auf den halbherzigen Regenbogen vor sich.

„Und du bist sicher, dass das wirklich besser wäre?“

„Ich bin sicher, dass es besser ist als das, was wir jetzt haben“, sagte der Drache ruhig. „Und ich bin auch sicher, dass ich dir damit langfristig weniger Drama, weniger Sucherei und weniger spontane Glitzerkrisen ersparen kann.“

Das Einhorn nickte langsam.

„Dann“, sagte es, „werde ich wohl dem Rat der Wolkenverwaltung erklären müssen, warum ein schwarzer Drache sich eine Access‑Datenbank wünscht, um Regenbögen und Feenstaub zu verwalten.“

Der Drache lächelte müde. „Genau genommen wünscht sich der schwarze Drache, dass du ihnen erklärst, warum DU eine Access‑Datenbank brauchst. Ich bin nur der, der am Ende weniger flucht, wenn wir sie haben.“

„Abgemacht“, sagte das rosa Einhorn. „Aber erst, wenn ich mich abgeregt habe.“

„Sehr vernünftig“, brummte der Drache. „Bis dahin… versuche ich, diesen Pergament‑Albtraum wenigstens so lange zusammenzuhalten, dass dir heute nicht noch der letzte Funken Feenstaub ausgeht.“

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