Autor:in: Waltraud Buch

Rezension Die Stimmen und Ich

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Die Stimmen und Ich; Sandra Escher, Marius Romme, Ingo Runte Hg.

In diesem Buch wird das vielleicht nicht so bekannte Phänomen behandelt, das viele Kinder und Jugendliche Stimmen hören. Es behandelt einen neuen Umgang mit der in der heutigen Zeit zunehmenden Problematik von seelisch leidenden Kindern und Jugendlichen für Kinder und Eltern sowie andere. Ausgangspunkt des Fachbuches ist nicht das Symptom in der Behandlungsweise “Das muss weg” wie in der Schulmedizin noch üblich, sondern ein akzeptierender Umgang mit dem Symptom im Sinne einer Integration in das ganz normale Leben. Von hier aus kommen die Kinder und Jugendlichen zu Wort und berichten von ihren Umgangsweisen mit dem Stimmen hören und ihre Bewältigungsstrategien, angereichert mit Tipps von Fachleuten. Das Stimmenhören wird damit für die Betroffenen entstigmatisiert, was zusätzlich entlastend wirkt neben allen anderen positiven Auswirkungen, wie z. B. selbst Kontrolle über die Stimmen zu gewinnen und vieles andere mehr.

Gerade in einer Zeit, in der unter Jugendlichen und Kindern und allgemein die Problematik von seelischem Leiden zunimmt, ist das Buch ein positiver Lichtblick. In den Medien wird häufig über die Zunahme an seelischen Erkrankungen berichtet und panische Denkweisen zu diesem Thema sind gesellschaftlich weit verbreitet. In diesem Punkt ist das Buch ein guter Ausweg, der Umgangsweisen zu dem Problem anbietet statt Ausweglosigkeiten. Da es sich um ein Fachbuch handelt, ist es auch ein Tipp für Schulmediziner, um nicht funktionierende Umgangsweisen in der eigenen medizinischen Praxis zu überdenken und neue Ansatzweisen zu finden und in den Arbeitsalltag mit seelisch Erkrankten zu integrieren.

Das Buch ist z. B. in der Zentralbibliothek der Stadtbibliothek ausleihbar und auch für erwachsene Betroffene geeignet.


Waltraud Buch

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