Autor:in: Cornelia Burmeister

Die unterdrückte Frau in mir

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Ich bin Trans, das ist schnell dahingesagt. Nur was passiert da in einem Menschen wirklich. Ich möchte hier einmal versuchen zu beschreiben, was da in einem betroffenen Menschen passiert.

Ich bin selbst betroffen und werde einmal versuchen zu vermitteln. Transmensch? Warum ich diesen Ausdruck verwende? Es gibt doch so viele andere Bezeichnungen für diese Menschen.

In der Selbsthilfegruppe, die ich besuchte war dieser Ausdruck „Transmensch“ der übliche Ausdruck. Er beschreibt einen geschlechtsübergreifenden Zustand. Männlich und weiblich geborene Menschen fühlen sich zu einem anderen Geschlecht hingezogen. Warum und wieso, ist nicht so wichtig.

In der Gruppe war es üblich, die Menschen da zu lassen, wo sie in dem Moment gerade waren. Ohne diese irgendwie einzuschränken. Die betroffenen Menschen sollen das selbst bestimmen.

Es gibt viele Transmenschen und wir dürfen bitte nicht alle gleich sehen, denn jeder Transmensch ist individuell.  Die Tatsache an sich, dass ein Mensch im falschen Geschlecht steckt, ist schon sehr belastend. Die Betroffenen bewältigen die Probleme, die daraus resultieren, recht unterschiedlich. Die einen fühlen sich nur mäßig belastet und die anderen verzweifeln an ihren Problemen. Daraus entstehen auch oft weitere Probleme. Zum Beispiel bei männlich geborenen Menschen, die sich zur Weiblichkeit hingezogen fühlen. Der eine Mensch erlebt sein weibliches Gefühl allein und lässt sich nicht so leicht unterkriegen. Dieser akzeptiert einfach irgendwann die weiblichen Gefühle und probiert sich aus. In seinem Umfeld ist das auch kein Problem. Der andere Mensch mit weiblichen Gefühlen kommt damit so gar nicht zurecht und leugnet diese. Das Dumme ist nur, dass sich diese Gefühle nicht so einfach unterdrücken lassen, und dass man dies einen Menschen oft auch ansieht.

Es gibt betroffene Menschen, die lieber eine militärische Ausbildung über sich ergehen lassen, als ihre wahren Gefühle zuzugeben. Oft ohne Erfolg, was diese Menschen zusätzlich belastet. Genau damit habe ich selbst so meine Erfahrungen gemacht. Solange ich allein war, war alles gut. Nur darf das da „Draußen“ keiner mitbekommen. Du empfindest dein Verhalten als völlig normal, männlich eben. Nur das stimmt nicht so ganz. So fiel einigen Frauen mein Verhalten auf.

„Das macht ein Mann nicht so“ war eine der Bemerkungen dieser Frauen. „Das ist eher weiblich“, das Verhalten. Auch meine Harre fielen auf, die sind viel weiblicher als du denkst. Kurzum, ich fiel mehr auf, als mir das damals bewusst war. So oder so ähnlich läuft das bei allen Transmenschen ab.

Oft gibt es auch Probleme in Beruf und Familie. Das Umfeld wird zu einem sehr dingenden Problem. „Der Chef und die Familie werden das sicher nicht verstehen“, ist da der erste Gedanke. Bei labilen Menschen besteht sogar Suizidgefahr.

Daran muss sich etwas ändern, denn diese Menschen haben sich das nicht ausgesucht. Sie sind nicht, so weil sie es toll finden oder es Mode ist. Die sozialen Medien spielen da auch keine Rolle. Sie werden in diese Situation hinein geboren, können sich das nicht aussuchen. Sind nicht morgens aufgewacht und sagen zu sich selbst  „ich bin von nun an eine Frau oder ein Mann“ je nachdem.

Mann >Frau oder Frau >Mann.

Oft ist da das Problem das gegenseitige Verstehen. Auf der einen Seite ist der „normale Mensch“ auf der anderen Seite ist der „Transmensch“. Nun wäre es schön, wenn beide sich gegenseitig verstehen würden. Doch das ist nicht so einfach. Der „normale Mensch“ weiß nicht, was er davon halten soll, das ein „Mann“ sagt, er habe weibliche Gefühle.  Der „Transmensch“ hat Probleme, diese weiblichen Gefühle zuzugeben. Traut sich auch nicht dazu zu stehen oder darüber zu reden. Hier müssten beide Parteien lernen, sich gegenseitig zuzuhören und den anderen zu verstehen. Das funktioniert aber nur, wenn es gegenseitig passiert. Da ist ein Lernprozess nötig, ohne diesen Lernprozess  klappt das auch oft nicht.

Fest steht,  das jeder Transmensch eine eigene Persönlichkeit entwickelt. Der eine ist ängstlich der andere liebt die Herausforderung. Menschen sind eben Unterschiedlich, aber das macht die Sache Bunt.

Bunt wie ein Regenbogen.

Gruß Conny

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