Autor:in: Volker Althoff

Insolvenz der Bremer Werkgemeinschaft

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Gemeinnütziges Unternehmen beantragt Eigenverwaltung / Nutzer werden weiter versorgt



Die Bremer Werkgemeinschaft (BWG) befindet sich seit einiger Zeit in wirtschaftlich schwierigem Fahrwasser. Eine Sanierung des Unternehmens steht bevor. Um die erfolgreichen Schritte geordnet planen und umsetzen zu können, hat Geschäftsführer Moritz Muras Anfang September beim zuständigen Amtsgericht die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Das Amtsgericht hat daraufhin den Beschluss zur Eröffnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens gefasst und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Damit soll die BWG handlungsfähig bleiben und ihren Beitrag zur gemeindepsychiatrischen Versorgung in Bremen verlässlich fortführen können.
Die BWG wurde 1976 als gemeinnütziger sozialpsychiatrischer Träger gegründet und ist seit 2012 als gemeinnütziges Unternehmen tätig. Sie berät, begleitet und betreut Menschen mit psychischen Erkrankungen in Bremen. Zu den Angeboten gehören unter anderem ambulante psychiatrische Begleitung, betreutes Wohnen, Tagesstätten(Klamotten-Café in der Neustadt und Café Klatsch in Walle), Nachtwerk, Soziotherapie, forensische Wohngruppen sowie Krisenangebote. Ziel der Arbeit ist es, Menschen mit psychischen Erkrankungen verlässliche Unterstützung im Alltag zu bieten und selbstbestimmte Teilhabe in allen Lebensbereichen zu ermöglichen.
Für die Nutzer:innen bedeutet das Insolvenzverfahren: Die sozialpsychiatrischen Angebote der BWG laufen weiter, die Betreuung und Begleitung findet weiterhin statt. Auch Aufnahmeprozesse werden fortgeführt und offene Stellen weiterhin besetzt.
„Die Entscheidung für diesen Weg ist uns nicht leichtgefallen. Sie ist aber notwendig, damit wir die Sanierung der BWG geordnet angehen können. Im Mittelpunkt steht für uns, die Versorgung der Nutzer:innen weiter sicherzustellen und die gewachsene sozialpsychiatrische Arbeit der Bremer Werkgemeinschaft zu erhalten“, sagt Moritz Muras, Geschäftsführer der Bremer Werkgemeinschaft.
Hintergrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation sind verschiedene Entwicklungen, die über einen längeren Zeitraum zusammengewirkt haben. Dazu gehören gestiegene Kosten, veränderte Rahmenbedingungen und strukturelle Herausforderungen.
Die auf Insolvenz- und Sanierungsrecht spezialisierte Kanzlei Eckert wird das Verfahren mit einem erfahrenen Restrukturierungsteam rund um Partner Michael Schütte begleiten. „Die BWG hat früh reagiert und sich dadurch breite Handlungsmöglichkeiten gesichert. Die Geschäftsführung kann damit weiter eigenverantwortlich agieren und ihre Einrichtungen bei laufendem Betrieb analysieren und sanieren“, so Schütte.
Gerade im Jahr ihres 50-jährigen Bestehens ist es Ziel der BWG, die über Jahrzehnte gewachsene sozialpsychiatrische Arbeit in Bremen zu erhalten und weiterzuentwickeln.

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