Junge Mädchen leiden am häufigsten unter Depression/ DAK-Kinder- und Jugendreport stellt Ergebnisse dar
Die Folgen der Corona-Pandemie hallen bis heute noch nach. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue DAK-Studie. „Die aktuellen Ergebnisse des DAK-Kinder- und Jugendreports zeigen, dass die psychischen Folgen der Pandemie bei jungen Menschen in Bremen und Bremerhaven weiterhin deutlich spürbar sind. Besonders besorgniserregend ist der starke Anstieg bei Depressionen, vor allem bei Mädchen. Gleichzeitig können wir auch bei Angst- und Essstörungen keine Entwarnung geben“, sagt Michael-Niklas Rühe, DAK-Landeschef in Bremen. „Psychische Erkrankungen im Jugendalter wirken oft lange nach und belasten später Ausbildung, Familie und Berufsleben. Deshalb brauchen wir in Bremen eine gezielte Offensive für die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Angebote wie beispielsweise die Gesundheitsfachkräfte an Schulen können hier einen Teil zu beitragen.“
Nach der Erhebung für Bremen zeigt sich, dass jugendliche Mädchen von Depressionen besonders betroffen sind. Entsprechend haben sich die Behandlungszahlen bei ihnen im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie deutlich erhöht: 2019 mussten rund 53 von 1.000 Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren ambulant oder stationär versorgt werden. 2024 waren es rund 75 je 1.000 jugendliche Mädchen. Das entspricht einer Steigerung von 42 Prozent. Hochgerechnet auf alle jugendlichen Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren in Bremen und Bremerhaven erhielten 2024 rund 700 jugendliche Mädchen die Diagnose Depression. Im Vergleich zu 2023 blieben die Zahlen auf Vorjahresniveau.
„Die Zahlen des DAK-Kinder- und Jugendreports machen das Erbe der Pandemie sichtbar. Wir sehen eine langfristige Verfestigung psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen“, so Christoph U. Correll, Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters an der Berliner Charité. Fehlende soziale Kontakte und Entwicklungsschritte aus der Pandemie Zeit führten vor allem bei Mädchen zu einem internalisierenden Verhalten, was hohe Behandlungszahlen im Bereich psychischer Erkrankungen zur Folge habe. „Zudem sind Mädchen vulnerabler als Jungen für soziale Medien, deren Konsum in der Pandemie angestiegen ist“, so Correll weiter. „Sie sehen Körperbilder, Glücks- und Zufriedenheitsideale, die nicht erfüllt werden können. Das erhöht das Stresslevel und kann die Ausprägung psychischer Erkrankungen fördern und vertiefen.“
Als erste Krankenkasse im Land Bremen hat die DAK-Gesundheit ambulante und stationäre Abrechnungsdaten von Kindern und Jugendlichen mit dem Fokus auf Depressionen, Angststörungen und Essstörungen und für das Jahr 2024 ausgewertet. Für die aktuelle DAK Sonderanalyse im Rahmen des Kinder- und Jugendreports untersuchten Wissenschaftler:innen von Vandage der Universität Bielefeld Abrechnungsdaten von rund 4.800 Kindern und Jugendlichen bis einschließlich 17 Jahren, die bei der DAK-Gesundheit in Bremen und Bremerhaven versichert sind. Im Blick stand das Zeitfenster von 2019 bis 2024 mit insgesamt rund 252.000 ambulanten Arzt- und Therapeutenbesuchen, Krankenhausaufenthalten und Arzneimittelverschreibungen. Der Fokus der Analyse lag auf der Altersspanne fünf bis 17 Jahre und insbesondere auf jugendlichen Mädchen.
Eine dynamische Entwicklung seit der Pandemie zeigt sich an der Weser mit Blick auf Angststörungen. Demnach nahmen die Behandlungszahlen jugendlicher Mädchen mit Angststörungen 2024 im Vergleich zu 2019 um 24 Prozent zu. Mussten im Jahr 2019 noch etwa 40 von 1.000 Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren ambulant oder stationär behandelt werden, waren es 2024 schon 49 je 1.000 jugendliche Mädchen. Bundesweit ist das der niedrigste Wert. Verglichen mit dem Jahr 2023 ist ein Rückgang von 14 Prozent zu verzeichnen. Dennoch waren 2024 in Bremen hochgerechnet rund 500 jugendliche Mädchen mit einer Angststörung in Behandlung.
Bei jugendlichen Mädchen in Bremen und Bremerhaven zeigt sich von 2019 bis 2020 ein Anstieg der Diagnosen von Essstörungen, danach folgt eine kontinuierliche Abnahme der Fallzahlen. Im Jahr 2024 wurde bei rund 13 je 1.000 jugendlichen Mädchen in Bremen die Diagnose Essstörungen dokumentiert. Hochgerechnet auf alle jugendlichen Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren erhielten 2024 rund 100 jugendliche Mädchen die Diagnose Essstörung.
Die DAK-Gesundheit ist mit 5,4 Millionen Versicherten die drittgrößte Krankenkasse Deutschlands, davon 33.000 in Bremen, und engagiert sich besonders für Kinder- und Jugendgesundheit.
