Autor:in: Gullibert Frankenwald

Der Glaube an Heilung

 

Wenn ich zum Arzt gehe, weil ich irgendein gesundheitliches Problem habe, dann tue ich das im Glauben daran, dass dieser Mensch weiß, wie man mir helfen kann. Nun wurde dieser Glaube leider öfter enttäuscht, so dass ich eigentlich keinem Mediziner mehr uneingeschränkt vertrauen kann.
Aber ohne Vertrauen kann keine freiwillige Behandlung stattfinden. Deswegen gibt es auch viele Menschen, die nur zum Doktor gehen, wenn es gar nicht mehr anders geht. Sie behandeln sich lieber selbst, soweit das möglich ist.
Viele Menschen glauben an die Homöopathie und andere alternative Heilmethoden, deren Wirksamkeit nicht über den Placeboeffekt hinaus wissenschaftlich bestätigt werden kann. Aber es gibt auch viele Menschen, denen die Schulmedizin eben nicht helfen konnte. Ob es an fachlichen Mängeln des Behandelnden oder am fehlenden Glauben des Patienten liegt?
Es gibt Verletzungen, die klar und eindeutig sind und ebenso klar und eindeutig zu behandeln sind, wie zum Beispiel ein gebrochenes Bein. Wenn der Arzt weiß was er tut, dann wird es dem Patienten bald besser gehen, egal ob dieser daran glaubt oder nicht. Wer aber mit diffuseren Schwierigkeiten zu kämpfen hat, die dann wahrscheinlich als psychosomatisch eingestuft werden, der wird dann von Spezialist zu Spezialist geschickt, ohne dass eine nachhaltige Lösung gefunden wird.
Und dann gibt es Berichte von Wunderheilungen, die Hoffnung machen. Geschichten von Leuten, die ganz fest an ihre Heilung geglaubt haben und dadurch gesund wurden.
Es hat für mich ganz klar einen Effekt auf Körper und Geist woran ich glaube. Wenn ich glaube, dass ich nichts kann und mich keiner mag, dann fühle ich mich schlecht und wenn ich glaube dass ich okay bin, so wie ich bin, dann geht es mir damit viel besser und auch meine Außenwirkung ist dementsprechend positiv, so dass die Menschen mit denen ich in Kontakt trete auch positiv auf mich reagieren und mich in meinem Glauben bestätigen.
In der Bibel heißt es: „Der Glaube kann Berge versetzen“. Und ich denke, dass das stimmt. Nicht nur im übertragenden Sinne, sondern ganz konkret. Es muss ja nicht gleich der Mount Everest sein. Nehmen wir zum Beispiel den höchsten Berg Bremens, den Müllberg: Der ist entstanden, weil Menschen daran geglaubt haben, dass man einfach den ganzen Müll der Stadt auf einen Haufen werfen und dann Gras über die Sache wachsen lassen kann (buchstäblich).
Das gesamte Universum, so wie wir es wahrnehmen, existiert nur, weil wir Menschen es wahrnehmen. Vielleicht existiert irgendwas auch ohne uns aber wenn niemand da ist, der es sehen, riechen, schmecken, hören oder fühlen kann, so wie wir es tun, was bleibt dann? Und in welcher Form? Diese Frage ist nicht zu beantworten. Aber sie zeigt ganz gut, dass es möglich ist, dass Sachen außerhalb unserer Wahrnehmung existieren. Daran kann man glauben oder nicht. Was bringt es mir, wenn ich daran glaube und was bringt es mir, wenn ich nicht daran glaube?
Es gab Zeiten, da hat kein Mensch an die Existenz von Infrarotstrahlung oder Bakterien geglaubt. Und wenn doch, dann hat er es besser niemandem erzählt, um nicht auf dem Scheiterhaufen zu landen. Durch den wissenschaftlichen Fortschritt wurde aus Glaube Realität und heute sind Forscher auf gutem Weg zu beweisen, dass letztlich alles, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen, inklusive uns selbst, aus demselben „Material“ besteht wie das Licht.
Das klingt so fantastisch, dass, wenn man es akzeptieren kann, alles möglich scheint. Ich will daran glauben, aber mein Glaube ist schwach und so bleibe ich vorerst an diesen Körper und Geist gefesselt.
Wir leben immer noch in einer sehr primitiven Welt. Nur die Ablenkungen sind vielfältiger geworden. Überall Bildschirme und Konsumgüter, die uns davon abhalten über das Leben und den Tod nachzudenken und das, was möglicherweise bleibt, wenn diese Welt verschwindet. Obwohl dies doch die wichtigsten Themen sind die man sich vorstellen kann, liest man nichts davon in den Tageszeitungen und sieht nichts davon in den Nachrichten.
Stattdessen wird scheinbar alles immer komplizierter und die dummen Massen verirren sich in Verschwörungen und Finanzplanung.
Dieser Text ist nicht geordnet und springt von einem Ding zum nächsten. Reicht mir erstmal.

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