2021-Psychiatrie-Jahrestagung: Teilhabe in der Sozialpsychiatrie -Zwischen Selbstbestimmung, Freiheitsverwirklichung und Fürsorge

Datum/Uhrzeit
29.04.2021
13:00 - 16:15

Veranstaltungsort
siehe unten

Kategorie

Tags
Bundesverband evangelische Behindertenhilfe


Beschreibung

“Teilhabe in der Sozialpsychiatrie-zwischen Selbstbestimmung, Freiheitsverwirklichung und Fürsorge”, so lautet die Überschrift der Psychiatrie-Jahrestagung 2021, die am Donnerstag, den 29. April 2021 und am Freitag, den 30. April 2021 online stattfindet.

Ausgangslage: Selbstbestimmung und Teilhabe gelten seit Jahrzehnten als Leitziele einer modernen Sozial-und Gesundheitspolitik. 2021 wird die Verabschiedung des SGB IX zwanzig Jahre alt, trialogische Ansätze sind seit über 30 Jahren bekannt und die UN-BRK ist seit 12 Jahren in Deutschland in Kraft. Das neue SGB IX betont ebenfalls die Aspekte der Selbstbestimmung als elementar für das Feld der Eingliederungshilfe.

In der ersten Phase der Corona-Pandemie bis August 2021 zeigte sich wie in einem Brennglas, wie es u.a. um die Beteiligung von Betroffenen in Krisenzeiten aussieht. Zu einem großen Teil fand diese nicht oder zunächst nicht statt. Sowohl in der Politik, in Institutionen, wie dem RKI (Robert-Koch-Institut), bei den Leistungsträgern wie auch bei den Leistungserbringern wurde von vielen in der Krise auf (alt-)bekannte, eher paternalistisch geprägte Verhaltensweisen zurückgegriffen. Menschen mit Behinderungen und damit auch Menschen mit psychischen Erkrankungen galten zunächst pauschal als vulnerabel und wurden mit Einschränkungen konfrontiert, die erst im Laufe der Zeit relativiert wurden.

Diese besondere Erfahrung in einer Pandemie unterstrich die Wichtigkeit, die Themen Selbstbestimmung, Selbstvertretung und Freiheitsverwirklichung einer (selbst-)kritischen Bestandsaufnahme zu unterziehen und zu prüfen, wie es um deren tatsächliche Umsetzung in der sozialpsychiatrischen Praxis aussieht. Dabei geht es auch darum, welchen Autonomiebegriff wir einem selbstbestimmten Handeln zugrunde legen und wie fürsorgliches Handeln realisiert werden kann, ohne paternalistisch zu sein. Und schließlich: wo ermöglicht Fürsorge ggf. erst selbstbestimmtes Verhalten und wo schränkt sie es ein?

Die Online-Tagung beschäftigt sich zum Beispiel mit Fragen wie

  • Wie handeln wir Menschen, Gruppen und Gesellschaften in Krisen?
  • Wie können gesellschaftliche Strukturen und z.B. die soziale Infrastruktur krisenfester ausgestaltet werden? Welche Arbeitsweisen der Sozialpsychiatrie haben sich bewährt und welche Strategien waren/sind eher kontraproduktiv?
  • Welche möglicherweise neuen Informationen können wir aus der Pandemie für die Sozialpsychiatrie gewinnen? Und was sagt dies darüber aus, wie wir die Hilfen / Unterstützungen in den letzten Jahrzehnten ausgestaltet haben?

Die Online-Tagung wird mit dem Tool “zoom” durchgeführt. Der Download einer Anwendung ist nicht erforderlich, da zoom auch direkt über den Webbrowser genutzt werden kann. Benötigt wird lediglich ein Laptop/PC mit Kamera und Mikrofon sowie eine stabile Internetverbindung. Der Einwahllink mit weiteren technischen Hinweisen erhalten die Teilnehmer rechtzeitig vor der Tagung.

Eine Anmeldung ist bis spätestens Freitag, den 23. April 2021, erforderlich. Zur Online-Anmeldung geht es unter: https://beb-ev.de/peai

Weitere Informationen erteilt Antonia Keinz per Mail an: keinz@beb-ev.de oder telefonisch unter: 030/83001271