City 46: “Wir werden nie wieder Opfer sein”

Datum/Uhrzeit
03.04.2025
20:00 - 22:00

Veranstaltungsort
Birkenstraße 1, 28195 Bremen

Kategorie

Tags
City 46, Jürgen J. Köster, Liz Dinh


Beschreibung

„Es geht darum, wachsam zu bleiben und sich dagegen zu wehren“, sagt Jürgen J. Köster, Waller Regissseur. Er bezieht sich auf den neuen Dokumentarfilm „Wir werden nie wieder Opfer sein!“, der am Donnerstag, den 3. April 2025 um 20 Uhr im City 46 Premiere feiert. Dieser berichtet über die heutige Bedrohung von Menschen mit Behinderung und/oder psychischer Erkrankung durch die extreme Rechte. Die „Compagnons Cooperative inklusiver Film“, die ihren Sitz in Walle hat, hat den 75 Minuten langen Film in Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe behinderter Menschen (LAGS) Bremen produziert. Das Kulturressort hat die Arbeit gefördert.

„Auf uns sind Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen zu gekommen und haben darüber berichtet, dass sie in zynischer Hinsicht ausgelacht worden sind. Zudem haben sie erzählt, dass sie sich durch ihre Eltern und Großeltern daran erinnern können, was mit Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen im Faschismus passiert ist“, erklärt Köster. „So haben wir uns die Frage gestellt, wie Betroffene das Erstarken der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) erleben und was sie dagegen tun.“ Denn: „Der rechtsextreme deutsche Politiker Björn Höcke und Co. reden aktuell zwar „nur“ über die Abschaffung der Inklusion. Allerdings verbirgt sich dahinter das Ansinnen durch die erneute Separierung zum Beispiel in Förderschulen, die Entfremdung der Menschen mit Behinderung und/oder psychischer Erkrankung vom gesellschaftlichen Leben zu erreichen.“ Das habe zur Folge, dass eine große Angst umhergehe, stellt Köster fest.

Der Film ist mit vier Blöcken überschrieben: Vision einer idealen Gesellschaft, ein Blick in die Geschichte, Sicht auf die Gegenwart und Widerstandsformen gegen menschenverachtende Ideologien. „Das erste und letzte Kapitel soll den Zuschauern Mut machen, gestärkt aus dem Kino zu gehen. Wir wollen die Leute nicht so frustrieren, dass sie zurück in ihr ‚Kämmerlein‘ gehen, sondern dazu aufrufen, sich zu verknüpfen und verbinden. Es geht um Solidarität, Einfühlungsvermögen und eine Gesellschaft, in der man sich entspannen kann und keine Angst haben muss. Keiner wird allein gelassen“, beschreibt Jürgen J. Köster die Botschaft. Er und Dinh haben elf Protagonisten an verschiedenen Orten interviewt. „Jede und jeder brachte seine eigene Geschichte und Erfahrungen mit. Die Interviewpartner durften ihren Drehort selbst auswählen“, berichtet Liz Dinh. So fanden die Dreharbeiten unter anderem im Bunker Valentin, auf dem Waller Friedhof, in der Bürgerschaft im Plenarsaal sowie im Creative Hub statt. Zu den Protagonisten gehören unter anderem Arne Frankenstein (Landesbehindertenbeauftragter Bremen), Gerald Wagner (LAGS), Florian Grams (Historiker und Behindertenaktivist) sowie Friedrich Buhlrich (Zeitzeuge).

Weitere Vorführungen sind am Freitag, den 4. April und am Montag, den 7. April 2025 , jeweils um 20.30 Uhr zu sehen. Nach dem Film gibt es die Möglichkeit zu einem Austausch mit dem Filmteam und den Protagonisten. Informationen zum Ticketverkauf gibt es unter www.compagnons-film.com .