FachgesprächONLINE: Was tun, wenn psychiatrische Praxis auf Menschen mit extrem rechter Gesinnung trifft?

Datum/Uhrzeit
28.07.2021
16:00 - 18:00

Veranstaltungsort
siehe unten

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ASH Berlin


Beschreibung

Der Alltag der psychiatrischen Praxis stellt einen Ort der Begegnung dar, in dem Menschen verschiedener Einstellungen und Gesinnungen aufeinander treffen. Der Auftrag der psychiatrisch Tätigen ist dabei, Menschen in der Bewältigung von Lebenskrisen zu begleiten, Menschen Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben zu ermöglichen und vieles mehr, nicht aber Menschen politisch zu bilden oder zu beeinflussen. Dennoch ist es eine Herausforderung, Menschen mit offen extrem rechten Meinungen zu begleiten und zu behandeln. Diese Meinungen zeigen sich nicht nur in Äußerungen, sondern auch als Statements auf und durch Kleidung oder in der Verbreitung von Literatur. Samuel Thoma ist Psychiater und hat das Thema in dem Artikel „Ein Thor, wer Böses dabei denkt“ (Sozialpsychiatrische Information 04/2019) anschaulich, offen und ehrlich dargestellt. Wie gehen psychiatrisch Tätige mit der gebotenen Neutralität und dem Gefühl der Hilflosigkeit um? Welche Bedeutung haben die Meinungsäußerungen für das Umfeld, besonders die anderen hilfesuchenden Menschen? Wie verändern extrem rechte Meinungsäußerungen die Kultur einer Gemeinschaft?

Das FachgesprächONLINE, das am Mittwoch, den 28. Juli 2021, von 16 bis 18 Uhr per zoom stattfindet, stellt die Frage: Was tun, wenn psychiatrische Praxis auf Menschen mit extrem rechter Gesinnung trifft? Die Referent:innen werden dazu jeweils einen kurzen Input geben und freuen sich danach auf den Erfahrungsaustausch und die Diskussion mit den Teilnehmenden am “runden Tisch”.

Referent:innen

  • Samuel Thoma ist Psychiater an der Immanuel Klinik in Rüdersdorf.
  • Prof. Dr. Esther Lehnert, Professorin für Geschichte, Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit. Forschungsschwerpunkte u.a. Gender und Rechtsextremismus. Selbst länger in der Beratungsarbeit gegen Rechtsextremismus beschäftigt. Gemeinsam mit Prof. Dr. Marion Mayer veröffentlicht sie zu den Gefahren des “Übersehens” von rechten Frauen* in Sozialer Arbeit und Beratung.
  • Prof. Dr. Marion Mayer ist Hochschullehrerin an der ASH Berlin mit dem Schwerpunkt Soziale Arbeit und Beratung. Sie leitet gemeinsam mit Prof. Dr. Lehnert und Dr. Bringt den Zertifikatskurs “Beratung und Netzwerkarbeit gegen extrem rechte und antidemotkratische Orientierungen”. Ihre Arbeitsschwerpunkt sind u.a. Beratung und Intersektionalität, Arbeitsbedingungen und Formate von Beratung im Wandel. Soziale Arbeit und Beratung gestalten gesellschaftliche Verhältnisse mit und tragen damit auch Verantwortung in der Bearbeitung gesellschaftlicher Konflikte, die Ausgrenzung verstärken. Ein Umgang damit verlangt auf allen Ebenen psychosozialer bzw. sozialpsychiatrischer Arbeit eine aktive Reflexion, für die Gelegenheiten zu schaffen gilt.
  • Dr. Friedemann Bringt ist Fachreferent im Bundesverband Mobile Beratung e.V., der Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus im gesamten Bundesgebiet vertritt. Mobile Beratung ist ein spezialisiertes Angebot, das Demokrat:innen in Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung und auch psychosozialen Beratungsstellen zum Umgang mit Ideologien der Ungleichwertigkeit und extrem rechten Akteur:innen berät und weiterbildet. Speziell für die sozialpsychiatrische Arbeit suchen wir nach fall- und kontextbezogenen Lösungen für die Sicherheit der Sozialprofessio-nellen, die Stärkung von deren Unterstützungssystemen sowie die selbstreflexive Befassung mit Chancen und Grenzen in der sozialpsychiatrischen Arbeit mit extrem rechten Klient:innen.

Die Teilnahme ist kostenlos

Die Anmeldung erfolgt über das Formular auf der Internetseite:  https://www.dgsp-ev.de/tagungen/fachgespraecheonline/was-tun-wenn-psychiatrische-praxis-auf-menschen-mit-extrem-rechter-gesinnung-trifft-ein-erfahrungsaustausch-ein-thor-wer-boeses-dabei-denkt.html

Interessierte erhalten die Zugangsdaten rechtzeitig vor Veranstaltungsbeginn per E-Mail.