Autor:in: Volker Althoff

Stark strukturierte Einrichtung für psychisch Kranke im Bremer Osten geplant

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Umbauarbeiten einer Immobilie sollen 2026 starten / 2027 sollen die ersten Bewohner einziehen.

„Wir stellen seit vielen Jahren fest, dass viele Menschen mit psychischen Erkrankungen und komplexen Hilfebedarfen außerhalb von Bremen in geschlossenen Einrichtungen untergebracht werden, weil es bisher für diese Zielgruppe in Bremen kein passendes Versorgungsangebot gibt“, sagt Claudia Bernhard, Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz. Diese Situation soll sich ändern. Denn bald soll es im Bremer Osten eine „Stark strukturierte Einrichtung“ (SsE) mit 24 Plätzen für psychisch kranke Menschen mit komplexen Hilfebedarfen geben. Dieser Schritt sei längst überfällig und daher dringend notwendig, meint Bernhard. „Der Senat hat der Umsetzung bereits zugestimmt“, erklärt Kristin Viezens, Pressesprecherin der Senatorin. Eine Immobilie sei schon gefunden worden. „Aktuell laufen die letzten Abstimmungen zu den baulichen Anforderungen. Der Bauantrag soll im Frühjahr dieses Jahres eingereicht werden. Die Umbauarbeiten sollen demnach 2026 starten und ab 2027 sollen die ersten Bewohner einziehen“, berichtet die Pressesprecherin. Mit der geplanten stark strukturierten Einrichtung im Bremer Osten werde diese Versorgungslücke geschlossen und ein passendes Versorgungsangebot mit mehr Personal, eigener Werkstatt und Sportmöglichkeiten geschaffen.

Finanziert wird die Einrichtung über die Entgelte der Eingliederungshilfe, die bei der Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration angedockt ist. „Angesichts des erheblichen Personaleinsatzes, der in einer solchen Einrichtung erforderlich ist, fallen mehr als zwei Drittel der Ausgaben allein für die Einkommen der Beschäftigten an“, sagt Claudia Schilling, Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration. Mit den Kostensätzen bewege sich Bremen im unteren Drittel vergleichbarer Einrichtungen in den übrigen Bundesländern.

Da Menschen mit komplexen Hilfebedarfen über einen Rechtsanspruch auf eine passgenaue Versorgung verfügen, hat eine Arbeitsgruppe mit verschiedenen Leistungserbringern und der Leitung der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz (SGFV) und in Zusammenarbeit mit der Senatorin für Arbeit, Soziales, Jugend und Integration ein Konzept für eine SsE entwickelt. „Die Leistungserbringer sind die Arbeiterwohlfahrt Bremen (AWO), die Therapiehilfe Bremen und die Initiative zur sozialen Rehabilitation. Alle Leistungserbringer sind als zuverlässige Akteure in der ambulanten psychiatrischen Versorgung bekannt. Mit der Therapiehilfe ist zudem ein Leistungserbringer aus der Suchthilfe eingebunden, wodurch Synergien in der Verbindung des Psychiatrie- und Suchthilfesystems mitgedacht werden“, berichtet Kristin Viezens.

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