Ich sitze auf dem Sofa und schaue mit einem Auge auf den Bildschirm des Fernsehers.
Da wird ein Buch vorgestellt und als ich den Titel dieses Buches höre, bin ich wie elektrisiert.
„Gut, dass du nicht mehr da bist: Die toxische Beziehung zu meiner Mutter“ ist der Titel des Buches.
Ein Thema, das ich mit der Autorin gemeinsam habe.
Dieser Titel triggert mich sehr. Endlich traut sich mal jemand, davon zu erzählen. Ich habe Angst davor, mich mit diesem Thema zu beschäftigen, spüre aber, dass es eine wertvolle Erfahrung sein kann.
Ich hatte immer ein schlechtes Gewissen seit dem Tod meiner Mutter, war froh, nun endlich Ruhe vor ihr zu haben. Da kommt diese Autorin und behandelt dieses schwierige Thema.
Die Frau heißt Franziska Hohmann.
Das Buch, das sie geschrieben hat, heißt: „Gut, dass du nicht mehr da bist: Die toxische Beziehung zu meiner Mutter – und wie ich lerne loszulassen“
In einem Text aus dem Internet taucht in Bezug auf das Buch folgende Frage auf: „Was passiert, wenn sich die von Natur aus sicherste Bindung der Welt unsicher anfühlt?“
Ich verstehe diese Frage aber anders.
„Was passiert, wenn die von Natur aus sicherste Bindung der Welt gar nicht existiert?“ Wenn es da keine normale Bindung zur Mutter gibt und wenn sich die betroffene Person auch noch dafür schuldig fühlt?
Ständig ist etwas mit Muttern los und ich bin daran auch noch schuld, das alles von klein auf. So fühle ich mich ständig schuldig und versuche, zu helfen. Vergesse aber dabei mein eigenes Leben.
Genauso, so fühlt es sich jedenfalls für mich an. Das über sehr lange Zeit.
Hilfe ist da nicht zu erwarten. Und nun?
Eigentlich SOS, Hilfe von außen erbeten, wäre gut. Denn das kann ein Kind nicht leisten. Es ahnt aber gar nicht, dass es Hilfe benötigt.
Es ist ein besonders schwieriges Thema, das aber auch mal aufgearbeitet gehört.
Denn da entsteht eine besondere Angst, die die betroffenen Personen wie ein böser Schatten verfolgt, und die Person wird diese Angst nicht mehr los. Sie braucht dafür Hilfe von außen.
Oft wird dabei nach einem Ausweg gesucht und vermeintliche Helfer kommen ins Spiel. Alkohol, Medikamente und leider auch Drogen. Doch helfen können diese leider gar nicht. Machen alles noch schlimmer.
Diese Angst ist dabei das eigentliche Problem. Um diese zu überwinden, braucht es Hilfe von außen und viel Mut.
Trotz all der Hilfe ist der Weg hart und steinig.
Einige fürchten sich sehr davor. Denn solch eine Therapie schlaucht sehr und lässt das Gefühl aufkommen, dass niemand helfen kann.
Hier an dieser Stelle kommt das Buch ins Spiel. Die Betroffenen bemerken, dass es da doch noch mehr Menschen mit diesem Problem gibt, dass sie nicht so allein sind wie gefühlt.
Die Autorin beschreibt mutig ihre Erlebnisse und Gefühle in diesem Buch. Es war sicher nicht einfach, es so zu schreiben.
Die Parallelen zu meinem eigenen Leben fallen dabei auf. Es entsteht ein „WIR-Gefühl“ welches guttut.
Danke für dieses Buch.
Gedankt sei auch allen Helfern da draußen, die den Betroffenen durch eine schwere Zeit helfen. Denn diese Hilfe ist nicht selbstverständlich.
Langsam lernte ich, mit meinen Bedürfnissen richtig umzugehen.
Heute geht es mir viel besser. Mein Dank geht an alle, die dazu beigetragen haben.
Gruß Conny
Angaben zum Buch:
Franziska Hohmann
“Gut, dass du nicht mehr da bist. Die toxische Beziehung zu meiner Mutter – und wie ich lerne loszulassen”
ISBN: 978-3-453-60711-8
Heyne Verlag
