Autor:in: Joachim Götz

und im inneren

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es ist kalt draußen, so dass du deine finger kaum noch spürst, alles ist an den enden so betäubt, und im innern fühlst du dich heiß wie ein ofen; und die kalte luft schneidet alles durch, trennt die lüge von der wahrheit

und im innern bist du heiß wie ein kamin, könntest glühende augen erfreuen, während du am bahnhof auf den nächsten schuss wartest, und niemand, ich sagte: kein mensch! dich sieht

und im innern bist du heiß, wie das blühende leben, während das leben langsam aus dir weicht, dich vergisst, wie das wetter, das noch niemals nach dir fragte, weder nach einem sinn, noch nach einem zweck, und niemand da ist, der dir auf die sprünge hilft

und du bist heiß im innern, wie das erdinnere, heiß wie ein flüchtiger gedanke, der dich sogleich wieder verlässt, weil hoffnung etwas ist, das den anderen gehört

wie pfeile schießen sie vorbei, in den schönen kleidern, geschickt sind sie von einem gott zum andern; tanzen, puppen, wunderschön! scheinen eingewickelt in einen kokon – beute für später – und du suchst die fäden, und sie sind dünn und glänzend und funkeln wie seide – larven, mondsüchtige und andere, – blutleere augen, wirken wie hypnotisiert, während der mond ihre gesichter erleuchtet und zum scheinen bringt, dein herz schlägt wie ein kraftwerk, und du heiß bist und schwitzt und den hauch deines atems zu boden fallen siehst, und dich dies an deine tränen erinnert, die irgendwann mal in deiner erinnerung dasselbe taten

heiß bist du, hast noch wärme zum abgeben, jede menge! heiß wie ein vulkan!, der ausbrechen könnte jederzeit

mit den augen deiner mutter, der mimik deines vaters, und den gesten, die mir verraten, dass du flüchten möchtest

es ist kalt!
draußen!

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