Autor:in: Sascha Heuer

Aktuelles von der Psychatriereform in Bremen

 

In der letzten Ausgabe haben wir den Stand der Diskussion zur Psychiatriereform in Bremen ausführlich zusammengefasst. Jetzt (Stand Ende Februar) wollen wir in Kürze darstellen, was seitdem passiert ist.

Am 28. Januar 2015 fand die vorläufige Abschlussveranstaltung der Reihe „Psychiatrie 2.0. – die Bremer Psychiatrie bewegt sich“ statt. In Workshops wurde zu den Themen Krisendienst, Zukunft der Klinik Bremen Ost, Beteiligung Psychiatrieerfahrener und Gemeindepsychiatrischer Verbund über die Perspektive für die Jahre 2015 bis 2025 diskutiert.

Der Bremer Gesundheitssenator Hermann Schulte-Sasse hat auch an der Veranstaltung teilgenommen und in seinem Abschluss-beitrag folgende Visionen für das Jahr 2025 formuliert:

• Halbierung der Zahl der Klinikbetten

• Krisendienst in allen Regionen

• Einbeziehung psychiatrieerfahrener Menschen als bezahlte Genesungsbegleiter

Die Reduzierung von stationären Plätzen im Klinikum Bremen Ost beginnt derweil bereits . Zum 15. März schließt die Station 3a. Damit werden 20 Menschen weniger stationär in Bremen behandelt. Dieses wäre eigentlich ein gutes Signal, wenn damit gleichzeitig das freiwerdende Personal für den ambulanten Bereich eingesetzt würde. Leider werden aber in diesem Zusammenhang zehn Vollzeitstellen in der Psychiatrie gestrichen.

Der Grund für die Stationsschließung ist auch weniger die Psychiatriereform als vielmehr der Druck von den Krankenkassen zur Reduzierung von Psychiatrieplätzen sowie der Wirtschaftsplan 2015 des kommunalen Klinikverbundes Gesundheit -Nord (Geno), dem Zusammenschluss der staatlichen Bremer Kliniken.

Das heißt: Aktuell wird zwangsweise ein Schritt in die gewünschte Richtung getan, der zunächst einmal zur Arbeitsverdichtung bei Mitarbeitern sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich führen wird.

In diesem Zusammenhang sei auch ein neues Projekt erwähnt, in dem Klinik, ASB und Gapsy (Gesellschaft für ambulante psychiatrische Dienste) versuchen seit Mitte letzten Jahres eine bessere Vernetzung zwischen Ambulantem und Stationären zu erreichen: das SÜB-Projekt. SÜB steht für Sektorübergreifende Behandlung. Mit Sektoren sind dabei die Behandlungssektoren stationär, teilstationär und ambulant gemeint, deren jeweilige Finanzierung bisher bedarfsgerechte fließende Übergänge verhindert.

Zielgruppe bei SÜB sind Patienten, die in den letzten beiden Jahren mehr als 35 Tage in vollstationärer Behandlung verbracht haben. Es wird hierbei versucht, eine engere Zusammenarbeit zu etablieren, ein mehr Hand-in-Hand-arbeiten zu erreichen.
Schwierig ist allerdings dabei, dass die Klinikmitarbeiter für die zusätzlichen Tätigkeiten (Hausbesuche), die in diesem Zusammenhang auch von ihnen erforderlich sind, zunächst noch keine zusätzlichen personellen Ressourcen haben.