Autor:in: Anno-Nym

Begegnung an der Schlachte

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Als am 18.7. gegen 13 Uhr eine Frau an der Bremer Schlachte lauthals ihrem Unmut Luft machte, einige Frauen anschrie und von Vergewaltigung und von Menschenmüll sprach, erinnerte es mich an meine Zeit auf der Station 5a im Klinikum Bremen Ost; besonders belastend fand ich damals den Gedanken, dass Alles mit Allem verknüpft sei und des einen Freud des Anderen Leid sei. Dass sich das Leiden womöglich auch noch gegenseitig bedingt. Dieser Gedanke war mir unerträglich und führte seinerzeit so weit, dass ich in meiner Zeit auf der Station nicht mehr ohne Schwierigkeiten in der Lage war, an Menschen vorbei zu gehen. Es ist ein Gedanke, der ehrfürchtig und demütig zugleich macht, aber auch zu großen Problemen führen kann. In meinem Kopf bezeichnete ich ihn als den Butterfly-Effekt.

Ich hätte der Frau gerne geholfen, war aber froh als die Polizei endlich vor Ort war und sich ihrer angenommen hat. Für solche Fälle muss die Polizei geschult sein, denn die meisten Passanten gehen einfach nur weiter und erklären solche Menschen für irre. Dass hinter dem Ausbruch ein enormer Leidensdruck steht, interessiert viele scheinbar nicht. Sie wissen vielleicht nicht, wie sich soetwas anfühlen kann oder können es sich aufgrund „mangelnder Erfahrung“ auch nicht vorstellen. Manch einer weiß aber sicherlich auch einfach nicht, wie er/sie sich verhalten soll – auch für Passanten ist es also keine leichte Situation. Es stellt sich die Frage, ob die Polizei ausreichend gewappnet ist. Der NDR berichtet, dass dies nicht immer der Fall sei. (Siehe Quellen)

Was ist Wahn?

Wahn lässt sich vielleicht beschreiben als enorme Abweichung in der Wahrnehmung der Realität gegenüber der Wahrnehmung anderer. Wahnhafte Gedanken verzerren die Realität. In der Konsequenz kann das schlimme Folgen haben. So können Menschen mit wahnhaften Gedanken sich dazu verleitet fühlen, die absurdesten Dinge zu tun, in der Hoffnung dadurch würde etwas besser. Zum Beispiel im Falle von sogenannten Ermächtigungsgedanken. In Wahrheit macht sich der Wahnhafte dadurch unbeliebt, erntet Unverständnis oder Spott, da sein Handeln für Außenstehende keinen SINN ergibt, den sie irgendwie fassen können.

Quellen

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Polizeieinsaetze-Wie-umgehen-mit-psychisch-Kranken,panoramadrei4770.html

abgerufen am 21.07.2025 um 9:38

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Ist-die-Polizei-im-Umgang-mit-psychisch-Kranken-ausreichend-vorbereitet,polizeigewalt296.html

abgerufen am 21.07.2025 um 9:38

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