DEM MEER, DAS DEN TON ANGIBT, UND DEM WIND, DER DIE GEDANKEN SORTIERT

0 Kommentare

Wenn ich am Ufer stehe, gibt es keinen Raum mehr für das laute, unruhige Rauschen in meinem Kopf. Da ist nur noch das Meer, das mit einer unerschütterlichen, fast ehrfurchtgebietenden Bestimmtheit den Rhythmus vorgibt.
Es fragt nicht nach meinen Plänen, meinen Zweifeln oder den ungelösten Fragen, die ich mit mir herumtrage. Seine Wellen brechen sich im immer gleichen, beruhigenden Takt und zwingen meinen Atem, sich anzupassen.
Es ist, als würde die unendliche Weite des Wassers den Grundton für mein Inneres anstimmen – einen Ton der Ruhe, der Beständigkeit und des Loslassens.

Und während das Meer meinen Herzschlag erdet, ist da der Wind, der mir kühl und kraftvoll ins Gesicht bläst. Er greift nach den wirren, ungeordneten Fäden meiner Gedanken, die sich im Alltag so oft verheddern. Mit jedem Luftzug pustet er den mentalen Staub beiseite, trägt das Überflüssige davon und lässt nur das Wesentliche zurück. Der Wind nimmt die Last des Grübelns und sortiert sie neu, ganz leise und mühelos, bis in meinem Kopf wieder Platz zum Atmen ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert