Autor:in: Mariana Volz

Depressionen- so sieht´s in mir aus !

 

Warnung:  Dieser Artikel könnte Betroffene möglicherweise triggern!

 

Ich will sterben! Ich will sterben! Ich will sterben!
Kein Satz durchlöchert meinen Kopf öfter als dieser.
Fast schon wie ein Zwang läuft er in Dauerschleife monoton in meinem Gehirn nervtötend rauf und runter.
Viel zu oft spreche ich ihn laut aus. In den unpassendsten Situationen. Immer wieder gegenüber Menschen, die mich lieben oder zumindest sehr gerne haben.
Der Satz ist wie ein scharfes Messer. Es sticht direkt in mein Herz und in das meiner liebsten Bezugspersonen.
Mit der Zeit scheint dieses Messer – zumindest für meine Mutter und meine Schwester – stumpf geworden zu sein. Ich vermute, dass es ihnen nicht mehr all zu große Angst macht, wenn ich ihnen auf die Frage „Wie es mir denn geht“ immer wieder  „Ich will sterben!“ entgegen knalle.
Aber für mich ist es jedes Mal ein neuer Kampf. Bei jedem einzelnen Mal tut es wieder weh. Und jedes einzelne Mal meine ich es ernst.
Es soll endlich vorbei sein. Dieses qualvolle Leben, das sich so unendlich zieht, aber an dem ich doch so sehr hänge.
Immer noch in der Hoffnung, dass eines Tages alles besser wird, spucke ich die Worte, die wie giftige Lauge meinen Mund verätzen, aus. Vielleicht klappt es ja beim hunderttausendsten Versuch und die schrecklichen Gedanken schaffen den Weg nicht mehr zurück in meinen Kopf. Und dann verschwinden endlich die düsteren Wolken, um den Blick frei zu geben, auf das schöne Leben.
Auch wenn das Schöne im Leben nicht so prunkvoll ist, wie es uns das Fernsehen schon seit jeher vorgaukelt. Vielleicht lohnt es sich ja doch.
Eines ist mir trotz alledem klar geworden: Depressionen sind wie eine Autobahn in die falsche Richtung.
Man kann nicht so einfach umdrehen. Zwischendurch hat man die Hoffnung, irgendwie doch noch am richtigen Ziel anzukommen. Denn die Schilder, die vorbei rauschen, sehen doch fast so ähnlich aus, oder zumindest könnte das Ziel da irgendwie in der Nähe sein.
Letzten Endes muss man, um runter zu kommen, oft einen langen Umweg in Kauf nehmen und den bitteren Beigeschmack auf die für immer verlorenen Zeit schlucken.

 

Aber bei all den Schwierigkeiten darf man eines nicht außer acht lassen:
Man selbst ist der Fahrer. Man selbst sitzt am Steuer.
Und nur man selbst bestimmt, wohin die Reise geht. !