Autor:in: Volker Brinkmann

Eine Webseite für Hastedt – von Hastedtern

 

Es gibt nicht viel Gutes, was man über die Corona-Pandemie sagen kann.
Jedoch gibt es Menschen, die in dieser herausfordernden Zeit aus der Not eine Tugend gemacht haben. Viele Menschen hatten mehr Zeit als sonst. Doch etwas Sinnvolles mit der gewonnenen Zeit anzufangen, ist dann wieder eine andere Sache. Manch eine:r nutzte die Zeit zur inneren Einkehr, ein:e andere:r erweiterte ihren/seinen Horizont.

Tom Gießmann aus Hastedt hat für sich etwas gefunden, das für ihn Sinn macht: Er wollte mehr über den Stadtteil erfahren, in dem er seit zehn Jahren lebt. Aber nicht nur das – er hatte das Bedürfnis, seine Mitbürger:innen an den Dingen, die in seinem Stadtteil passieren, teilhaben zu lassen. Eine Belebung des Lokaljournalismus schwebte ihm vor, als er im Sommer 2020 damit anfing, intensiv die Erstellung der Webseite hohwisch.de voranzutreiben, auf der er sein Wissen und seine Erfahrungen, die er in Hastedt macht, verbreiten wollte. Eine Webseite für Hastedt – von einem Hastedter erdacht.
Bevor eine Webseite online geht, muss zunächst das Design der Webseite gestaltet werden. Tom Gießmann konnte seine technischen Fähigkeiten nutzen, um das Webdesign zu entwickeln und sich mehr und mehr in die Materie der Webseitenerstellung hineinzuarbeiten.
Im Spätsommer 2020 sind dann die ersten Artikel veröffentlicht worden. Da Tom Gießmann es mag, im Team zu arbeiten, wurde die Redaktion Anfang 2021 durch Volker Althoff (der ebenfalls Mitglied der Redaktion ZWIELICHT ist) und Nina Reshöft verstärkt. Das Trio hatte sich über das Nachbarschaftsportal nebenan.de kennengelernt.
Die Redaktionsarbeit innerhalb des Teams beschreibt Tom Gießmann als harmonisch. Die Redaktion profitiert von den unterschiedlichen Fähigkeiten und Erfahrungen, die die Redaktionsmitglieder mitbringen. Durch einen regen Austausch können die Mitglieder voneinander lernen. Eine Stärke des journalistisch erfahrenen Volker Althoff liegt z.B. im akribischen Sammeln von Hintergrundinformationen, die er u.a. durch das Führen mehrerer Interviews erlangt, bevor er einen Artikel gestaltet. Nina Reshöft kennt sich hingegen sehr gut mit Suchmaschinen und der entsprechenden Optimierung von Internetseiten und Artikeln aus, sodass eine Person, die sich über Hastedt informieren möchte, relativ schnell auf die Webseite hohwisch.de gelangt.
Mindestens einmal wöchentlich findet eine Redaktionskonferenz statt. In diesen Konferenzen werden veröffentlichte Artikel oder anstehende Themen besprochen. Der Anspruch der Redaktion besteht nicht darin, sämtliche Themen abzudecken, über die man in Hastedt berichten könnte. Also sucht sie gezielt nach interessanten Themen, die für die Bürger:innen des Stadtteils relevant sind und einen Bezug zu diesem haben. Tom Gießmann ist der Meinung, „dass es für die Menschen wichtig ist zu wissen, was bei ihnen vor Ort los ist.“

Seit ein paar Monaten testen die Redaktionsmitglieder beispielsweise Lokalitäten, in denen Speisen und Getränke verzehrt werden können. Die entsprechenden Rezensionen finden sich auf der Webseite. Weiterhin berichtet die Redaktion z.B. über Hastedter Sportvereine und Kirchengemeinden.

Persönlich findet Tom Gießmann das Thema „Lokalpolitik“ sehr spannend. Die getroffenen Entscheidungen in der Beiratsarbeit hätten unmittelbare Auswirkungen auf das Leben der Bürger:innen und somit eine hohe Relevanz. Tom Gießmann sieht es als wichtige Aufgabe an, über diese Sachverhalte zu berichten und die notwendige Aufmerksamkeit hierfür zu schaffen.
Für ihn besteht das Ziel von hohwisch.de nicht darin, durch die Publikationen auf der Webseite eine gemeinsame Identität innerhalb des Stadtteils zu kreieren. Trotzdem möchte er mit Hilfe der Webseite herausfinden, ob man einen Weg zu solch einer Identifikation finden kann.
Im Rahmen seiner journalistischen Tätigkeit in Hastedt konnte er feststellen, dass sich der Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in der Föhrenstraße abspielt. Hastedt ist laut Tom Gießmann jedoch kein Stadtteil, mit dem sich die Bewohner:innen stark identifizieren – obwohl viele darin stark verwurzelt sind.
Ebenso leben in Hastedt viele Bewohner:innen, die dort ein paar Jahre wohnen und danach woanders hinziehen. Gerade für diese Menschen eigne sich die Webseite hohwisch.de. Denn sie müssten nicht jahrelange Erfahrungen sammeln und Leute kennenlernen, um ihren Stadtteil kennenzulernen. Um am gesellschaftlichen Leben Hastedts teilzunehmen, kann ein Besuch der Webseite z.B. dazu genutzt werden, um sich über anstehende Veranstaltungen zu informieren.

Die Arbeit an der Webseite hohwisch.de leistet die Redaktion ehrenamtlich. Tom Gießmann sieht diesen Umstand als Vorteil für die redaktionelle Arbeit. Den zeitlichen Aufwand, den die Redaktionsmitglieder für die Arbeit an der Webseite aufwenden, können diese selbständig bestimmen. Ein Geldgeber oder Werbekunden würden hingegen zu einer Situation führen, die eine Rechenschaftspflicht beinhalte. Tom Gießmann schätzt somit die Unabhängigkeit, mit der die Arbeit an hohwisch.de gestaltet werden kann.

Das Feedback, dass die Redaktion von den Besucher:innen der Webseite erhalten, ist durchweg positiv. Diese freuen sich, dass es ein Angebot wie hohwisch.de gibt.
Vor gut einem Jahr wurde der erste Artikel auf der Webseite hohwisch.de veröffentlicht. Weitere 31 Artikel sind seitdem hinzugekommen. Zum einjährigen Jubiläum blicken die Redaktionsmitglieder auf dieses Jahr zurück:

https://hohwisch.de/in-eigener-sache/hohwisch-de-wird-ein-jahr-alt-2555/


hohwisch.de ist ein interessantes Projekt, um im eigenen Lebensumfeld die Augen für die schönen und wesentliche Dinge zu öffnen und die Mitbürger:innen an dieser Entdeckungsreise teilhaben zu lassen. Wenn es sie inspiriert, haben diese über die Webseite einen leichten Zugang, um an ihrem Stadtteil zu partizipieren.