25. Internationale Bremer Filmsymposium: “Kopf/Kino: Psychische Erkrankung und Film”

Datum/Uhrzeit
05.05.2021
10:00 - 18:00

Veranstaltungsort
siehe unten

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Internationale Filmsymposium


Beschreibung

Erstmals findet es in diesem Jahr als digitale Konferenz statt: das 25. Internationale Bremer Symposium zum Film. Vom 5. bis 8. Mai präsentiert das Filmsymposium unter dem Motto “Kopf/Kino: Psychische Erkrankung und Film” internationale Beiträge aus der filmwissenschaftlichen, therapeutischen und kuratorischen Praxis sowie ein Online-Programm ausgewählter Filme.

Zum Jubiläum hat sich das Filmsymposium etwas Besonderes einfallen lassen; es widmet sich dem Thema Psychische Erkrankung. Das Kino hat dieses Gebiet begleitet, mit Themen bespielt, es geprägt und zur Weiterentwicklung von Ausdrucksmöglichkeiten und Theorien beigetragen. Das Symposium erkundet mit internationalen Fachleuten und Filmschaffenden, wie klinische und soziale Krankheitsdiskurse im Film verhandelt werden und wie das Kino eine Ästhetik psychischen Krankseins beschreiben kann. Der Fokus liegt dabei auf den Mitteln des Kinos, eine eigene, medienspezifische Ordnung von Krankheitsbildern zu generieren, weiter auf der Beziehung von Erkrankten zu Behandelnden als zentrales Setting sowie auf der Mehrdimensionalität von Krankheitsdarstellungen. Gäste des Symposiums sind: W.J.T. Mitchell, Robin Curits, Michele Aaron, Richard Warden, Maria Bäck u.v.m.

“Das Bremer Filmsymposium versteht sich als Spiegel aktueller gesellschaftlicher Debatten. Es möchte zum Nachdenken darüber anregen, welche Rolle der Film und das Kino in der öffentlichen Debatte spielen. Das Massenmedium Film prägt unsere Vorstellungen von psychischem Kranksein immens. Filmen wird schnell vorgeworfen, sie würden die Darstellung verzerren. Dabei verfolgen sie auch filmkünstlerische und genre-ökonomische Interessen, die miteinander ausgehandelt werden müssen”, erklärt Projektkoordinator Tobias Dietrich die Bedeutung des Filmsymposiums.

Weiterhin erläutert Dietrich, warum das Thema “Psychische Erkrankung” im Fokus steht: “Das Thema „Psychische Erkrankung“ ist besonders in Zeiten von Home-Entertainment-Anbietern hochaktuell. Denn während sich das Film- und Serienschauen durch Netflix und Co. gänzlich auf das heimische Sofa verlagern, ist der Austausch und die öffentliche Diskussion über die filmischen Inhalte wichtig, bleibt aber zu oft aus. Die Serie Tote Mädchen lügen nicht (13 Reasons Why) und die infolgedessen vorgefallenen Suizid-Versuche sind ein prägendes Beispiel dafür, warum das Thema psychische Erkrankung öffentlich behandelt werden sollte.”

Das Thema ist außerdem Gegenstand seiner Dissertation an der Universität Bremen, in der er die tieferliegenden ästhetischen und sozialen Kontexte von filmischen Darstellungen psychischer Erkrankungen untersucht. “Mit dem Symposium beabsichtigen wir auch, die Forschung lebhaft und gesellschaftsnah zu vermitteln. Deshalb arbeiten wir von Anfang an auch mit dem Kommunalkino Bremen e.V. zusammen”, so Dietrich.

Mittwoch, 05.05.2021

10:00 Uhr: Forum 1: Kino-Pathografien

10:00 Uhr: Von Waking Life über A Scanner Darkly bis hin zu Undone: Die Tricktechnik der Rotoskopie als Visualisierung von psychischen Störungen?
| Markus Kügle (Mannheim)
| Film zum Vortrag: WALTZ WITH BASHIR

10:45 Uhr: Drogenwahn – Zur filmischen Ästhetik der Psychose in David Cronenbergs Naked Lunch (1991) und eXistenZ (1999)
| Lars Nowak (Erlangen-Nürnberg/Berlin)

11:25 – 11:45 Uhr: Pause

11:45 Uhr: Syndrome & ein Jahrhundert. Pathogenealogien des Kinos
| Daniel Eschkötter (Bielefeld)

12:30 Uhr: Hollywoods Halluzinationen: Iñárritus Birdman (2014) oder die Unverhoffte Macht der Komplexität
| Melanie Kreitler (Gießen)

14:30 Uhr: Vortrag 1

A Self in Flux
| Robin Curtis (Freiburg)
| Filme zum Vortrag: FIRST COUSIN ONCE REMOVED, COMPLAINTS OF A DUTIFUL DAUGHTER
| Vortrag in engl. Sprache

Die Online-Konferenz findet von Mittwoch, den 5. Mai 2021 bis Freitag, den 7. Mai 2021 über die Videsplattform zoom statt.

Info und Anmeldung

Paula Hoffmann
Tel.  (0421) 95 79 92 90
CITY46 / Kommunalkino Bremen e.V.
hoffmann@city46.de