Autor:in: Anonym

Jugendsprache

 

Jugendliche versuchen sich seit jeher von den Erwachsenen abzugrenzen.

Das geschieht nicht nur durch Musik („Immer diese Hottentottenmusik“) und Kleidungsstil („So gehst du mir nicht aus dem Haus”)“, sondern eben auch über die Sprache. Seit 2008 sucht der Buchverlag Langenscheidt das Jugendwort des Jahres und bringt auch ein entsprechendes Buch mit dem Titel „100% Jugendsprache“ heraus.  Unter den Nominierungen für das Jahr 2013 sind u.a. „Babo” (Boss, Chef), „In your face” (Dir hab ich´s gegeben!), „Eckenkind” (Person ohne Freunde), „Gehirnfasching” (Abwegige Ideen haben) oder „FISH” (Fuck it, shit happens).

Eventuell hat der eine oder andere schon mal den Spruch Hakuna Matata gehört.

Diesen aus der afrikanischen Sprache stammenden Begriff kennen Sie vielleicht aus dem Disney-Film „König der Löwen“. Kein Problem,  alles in Ordnung bedeutet es und hört sich doch nett an, wie ich finde.

Im Jahr 2012 gewann übrigens das Wort YOLO (You only live once) , genau genommen ist es ein Akronym, d.h. es setzt sich aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter zusammen. Du lebst nur einmal, lautet die englische Übersetzung, gemeint ist die Aufforderung jede Chance zu nutzen. Auf dem zweiten Platz landete Fu! (Fuck You), gefolgt von Yalla (arabisch: Beil dich) und „Wulffen“ (Auf Kosten anderer leben, in Anlehnung an die Affäre des Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff).

Die jungen Leute zeichnen sich bei den Wortschöpfungen durch große Kreativität aus, es  ist ein intelligenter Mix aus Fremdsprachen, Anglizismen (übernommene Worte aus dem Englischen), Verkürzungen, Internet, Chatsprache, Vulgär-Ausdrücken und neuen Wortkombinationen.

Das ist spannend, birgt aber auch  die Gefahr des Verfalls der deutschen Sprache.

So löst seit einigen Jahren das sogenannte Kanaken-Deutsch oder Kiez-Deutsch große Diskussionen aus, es soll sich aus dem Zusammenleben multikultureller Jugendlicher in Ghettos deutscher Großstädte entwickelt haben. „Ich geh Schule“, „Ich hab Rücken“ heißt es da oder „Ich mach dich Krankenhaus“.

Diese grammatisch falschen Sätze sind eigentlich nur dann schlimm, wenn nicht in das normale Hochdeutsch (z.B. in Schulsituationen) umgeschaltet werden kann. Erinnern Sie sich noch an frühere Zeiten? Sicher wollten Sie auch „cool“ und „up-to-date“ sein, fanden vieles „geil“, „hingen ab“ oder „schaukelten sich die Eier“. Manche Wörter waren gar so bedeutsam, dass Sie heutzutage wie  selbstverständlich generationsübergreifend verwendet werden und zum allgemeinen Sprachgut gehören (Ein cooler Typ sein, Geiz ist geil). Abschließend möchte ich Ihnen dann noch das Jugendwort 2013 verraten. Gewonnen hat „Babo” vor „fame” (toll, berühmt) und „gediegen” (lässig, cool), gefolgt von „In your face“ und „Hakuna Matata“.