Autor:in: Sabine Weber, Anonym

Alles aus dem Bauch heraus / Jens Stehmeier – ein Profil

 

Jens Stehmeier ist mit kleineren Unterbrechungen seit zehn Jahren der gute Geist für Haus und Hof der Villa Wisch. Seine Markenzeichen sind ein circa 20 cm langer, zum Zopf geflochtener Bart und sein hinten zusammengenommen langes Haar.

Er stellt zur Zeit seine Fotografien in der Villa Wisch aus.
Es sind nicht einfach Fotografien, sondern Bilder, die mittels elektronischer Folien verdoppelt und gezogen werden. 
So verzerren sich zum Beispiel die Mondaufnahmen zu einem Oval mit „Blinddarmansatz“. Noch um ein weiteres Mal werden diese gewählten Naturmotive durch farbige Untermalungen verfremdet.
Erst seit 2008 hat sich Jens Stehmeier dieser Art der Kunst verschrieben, die, wie er sagt, aus dem Bauch heraus kommt. Zuerst fotografierte er mit dem Handy, dann mit der Digitalkamera und später kam die Erweiterung am PC dazu.
Doch der Lebenslauf des heute 57- jährigen liest sich eher geprägt von handwerklicher Art. Er lernt in jungen Jahren KFZ-Mechaniker, war danach Zeitsoldat bei der Bundeswehrmarine als Bodendienstgerätemechaniker, es folgten zwei Jahre bei Mercedes am Montageband.

Über den zweiten Bildungsweg begann der gebürtige Bremer das Studium zum Maschinenbautechniker, das er aber wegen eines schweren Motorradunfalls nicht weiter verfolgen konnte. Jens Stehmeier arbeitete schließlich im Lager einer im Hauptbahnhof ansässigen Buchhandlung. Nach 24 Jahren und der Insolvenz seines Arbeitgebers, musste sich Jens Stehmeier arbeitslos melden. Aber er blieb rührig und war ehrenamtlich bei der Bremer Tafel als Fahrer und Sortierer tätig. Als dieser In – Job im Frühjahr 2004 gestrichen wurde, kam der mittlerweile Ergraute zum Arbeiter Samariter Bund (ASB) in die Sebaldsbrücker Heerstraße in die Villa Wisch.
Viele Höhen und Tiefen in seinen Lebensphasen prägten Jens Stehmeier – und ließen ihn zeitweise auch verzweifeln.
Aber er fand den fotografischen Weg heraus aus seinen Depressionsschüben.
Jetzt weiß er die düsteren Stimmungen auf künstlerische Art zu kompensieren. Und er hat Interessenten gefunden, die seine Kunstfotografien gerne immer um sich haben möchten.

Zu sehen sind die Bilder im „Wohnzimmer“ und im Treppenhaus der Villa Wisch.