Autor:in: Susanne Bruns, Sabine Weber, Tristan Kahrs, Christian Kaschkow, Sascha Heuer

Fortbildung auf Augenhöhe – Das Zwielicht in der Heines-Klinik

 

Im Mai besuchte die Zwielicht-Redaktion die Heines-Klinik, um dort im Rahmen einer Fortbildung den KlinikmitarbeiterInnen einen Einblick in unsere redaktionelle Arbeit zu geben und in einen Austausch darüber zu gehen. Im Folgenden schildern einige der Zwielicht-RedakteurInnen ihre Eindrücke.

 

Von Sascha Heuer

Interne Fortbildung für Mitarbeiter der Heines Klinik. Thema: Ein mehrperspektivischer Austausch zwischen den MitarbeiterInnen der Klinik und der Zwielicht Redaktion.
Zu Beginn stellen die acht RedakteurInnen eine Sitzung dar, die sich – halb nachgespielt, halb live – entwickelt. Ein Text soll in der Veranstaltung gelesen werden. Die Diskussion darüber, welcher der passende Text sei und wie dieser auf MitarbeiterInnen und RedakteurInnen wirken könnte, wird schnell real und persönlich. Am Ende einigen sich die RedakteurInnen auf den Text „Wo ist mein Platz“, der einem Redakteur zu intensiv zu sein scheint. Er verlässt den Raum für die Zeit des Vortrages.
Zurück im Stuhlkreis entwickelt sich ein offenes Gespräch über das Zwielicht, die Gefühlswelten der RedakteurInnen, ihre Schwierigkeiten und Glücksmomente – aber auch über das Hilfesystem, die Klinik und einiges mehr.

Nach eindreiviertel Stunden sind viele (?), fast alle (?)  von dieser spannenden Begegnung angeregt.

 

Von Christian Kaschkow

„Es dauert lange, bis ein Öltanker gewendet hat“, zitiert die Gastgeberin Carola Prass (Sozialarbeiterin der Klinik). Es ist die Aussage eines Teilnehmers der Veranstaltung vom letzten Jahr. Schon da ging es um das Anliegen, dass die Klinik den Patienten beim Aufenthalt und nach der Entlassung durch Angebote und Informationen Möglichkeiten bietet, auf Station und später im Alltag, sich besser zurechtzufinden und eigene Fähigkeiten wiederzuentdecken und die Stärkung der eigenen Persönlichkeit zu forcieren.
Doch wie kann man das umsetzen? Kann man darauf setzen, dass es von oben herab geschieht, durch die Gesundheitssenatorin und Klinikleitung?
Oder ist es nicht eher möglich und sogar nötig, dass die Umsetzung, die Wendung des Öltankers „psychiatrische Versorgung“, von unten vorangetrieben werden muss. „Von der Straße“, wie ein Teilnehmer anmerkt. Eine Teilnehmerin ergänzt: „Es brauche wohl auch viele Helfer und Schlepperboote.“

 

Von Susanne Bruns

Ich habe die Ankunft im Fortbildungsraum als sehr entspannt, und mit Vorfreude auf das Kommende, erlebt. Bei der allgemeinen Vorstellungsrunde ist mir sehr positiv aufgefallen, dass eine Oberärztin sich interessiert und über Leitung, PflegerInnen bis zu GenesungsbegleiterInnen viele verschiedene Berufsgruppen gegenwärtig waren. Auch Arbeitsbereiche aus Sozialpädagogik und Ergotherapie waren vertreten. Ein breites Spektrum ist interessiert und damit ein Vielfältiges „An-einem-Strang- ziehen“, kann erfolgen. Trotz des Eindruckes „Ich habe überhaupt keinen Plan“, war mein Einbringen in den „Aufhänger“ Redaktionssitzungsspielen einfach und ohne Zwischenfälle. Allerdings, mein Ausstieg durch Dissoziationen war mir peinlich und unangenehm. Somit kann ich auch nichts Inhaltliches mehr wiedergeben.

 

Von Tristan Kahrs

Die einleitende Präsentation gestaltete sich, nach anfänglichen ungewissen, holprigen Schritten, rasch zu einer lebendigen Darstellung unserer üblichen Redaktionssitzungen. Wenn auch einiges ruhiger und mit dem ungewollten, aber nicht ungemochten, Humor der Diskurse leitenden Schauspieleinlagen.

Die darauf folgende Unterhaltung zwischen Mitarbeitern und Referenten brauchte ein paar Schritte, um ins Laufen zu kommen. Sie verlief dann aber auf angenehme und produktive Weise, auf Augenhöhe.

 

Von Sabine Weber

Eine gelungene Veranstaltung. Rückmeldung der Sozialarbeiterin Carola Prass: „Ich merke, dass die Gruppe sich wirklich gegenseitig hält.“ Zum Beispiel: Volker geht raus, wird von einem Redaktionsmitglied wieder hereingeholt. Ein Redaktionsmitglied dissoziiert so stark, dass es mental den Raum verlässt, wird wieder gegenwärtig durch ein Glas Wasser und die Behandlung mit einem Igelball.

Es kommt die Rückmeldung, dass wir wertschätzend, kreativ und fürsorglich miteinander umgehen.
Veränderung in der Klinik findet schon statt. Von „unten“, ob die von „oben“ es wollen oder nicht.
Drei Genesungsbegleiter waren anwesend.

 

Zitate von TeilnehmerInnen

“Ich bin noch ausgebildet worden, dass Ärzte ‘Götter in weiß’ sind” sagt die Oberärztin.
“Wir Betroffenen sind die eigentlichen Experten”, meint eine Zwielicht-Redakteurin.
“Ich bin auf meiner Station inzwischen richtig angekommen und werde immer öfter vom Team um Rat gefragt”, erzählt ein Genesungsbegleiter.
“Es war erstaunlich, mit welcher Offenheit ihr im Zwielicht miteinander umgeht. Gerade auch mit den so verschiedenen Emotionen!” schildert eine Klinikmitarbeiterin ihre Eindrücke.