Kurzmeldungen

 

Im Mai heißt es wieder:
Freitagsesel in Bremen

Nachdem die “Freitagsesel” im Oktober 2018 auf dem Bremer Marktplatz ein voller Erfolg waren, ist eine zweite Aktion geplant. Am Freitag, den 3. Mai 2019, werden wir ab 14 Uhr für zwei bis drei Stunden mit zwei Eseln sowie Sandwich-Plakaten, Flyern und Infoblättern auf die Probleme der Menschen mit psychosozialen Problemen hinweisen: “Ich bin verrückt, wer rückt nach?” oder “Anders anders sein”. Die EXpert*innen PArtnerschaft (EXPA e.V.)  führt mit Unterstützung des Naturschutzbundes e.V. (NABU) eine Spendensammlung durch. Das Geld wird zur Begleitung von Menschen in psychischer Not eingesetzt. Die Nähe zum Europäischen Protesttag der Menschen mit Behinderung am 5. Mai 2019 ist bewusst gewählt.

Heike Oldenburg, Initiatorin der Aktion, findet es sehr sinnvoll, dass in Bremen von der Ursprungsidee “Freitagspferd” aus Münster abgewichen wird: Esel passen in Bremen gut zu den Stadtmusikanten. Auch zur Förderung der Genesungsbegleitung passen die sturen und eigensinnigen Tiere sehr gut. Esel laufen vor Feinden aufgrund ihrer ausgeprägten Standfestigkeit nicht weg, sondern konfrontieren sie – und damit Probleme. In Twistringen werden sie bereits als „Wachhunde“ eingesetzt. Die Freitagsesel unterstützen uns und unseren Wunsch nach stabilem Leben-Können und Wohlbefinden als Ziel.

Wer mitmachen möchte: EXPA, Rike Hillbrecht, Tel.: 0421 3801950

Heike Oldenburg, “Expertin in eigener Sache”

 

Strategiepapier zur Psychiatriereform

In der Sitzung der Gesundheitsdeputation am 30.01.2019 stellte Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt ein Strategiepapier vor. Es handelt sich um einen Plan, den bereits 2013 in der Bürgerschaft beschlossenen Umbau des psychiatrischen Systems in Bremen endlich umzusetzen.
Der Plan enthält folgende Eckpunkte:

  • Aufbau gemeindepsychiatrischer Verbünde in fünf Stadtregionen, um die Zusammenarbeit der Träger und Anbieter der regionalen psychiatrischen Versorgung zu verbessern
  • Abbau von Betten in den psychiatrischen Kliniken, um stattdessen wohnortnahe nichtstationäre Behandlungsformen auszubauen (in zwei Stufen, bis 2022)
  • Umsetzung eines Modellprojektes der psychiatrischen Versorgung im Sinne des „regionalen Budgets“
  • Schaffung neuer Angebote zur ambulanten Krisenintervention mit einer Anlaufstelle, die 24 Stunden am Tag geöffnet hat.
  • Verstärkung der Einbeziehung von Psychiatrie-Erfahrenen und deren Angehörigen
  • Start eines Informationssystems (bis spätestens Ende 2019) um die psychiatrische Versorgung für Betroffene und Angehörige übersichtlich darzustellen

Die einzelnen Maßnahmen sind mit klaren zeitlichen Zielvorgaben versehen.

 

Umfrage zum Absetzen von Antipsychotika

Unter der Leitung von Will Hall führt die Maastricht University eine weltweite Befragung zum Absetzen von Antipsychotika durch. Es gibt den Online-Fragebogen in vielen Sprachen, jetzt auch auf Deutsch. Teilnehmen kann man hier:

www.antipsychoticwithdrawalsurvey.com