Autor: Norman Broszinski

Pink Floyds The Wall und die soziale Phobie des Roger Waters

 

Pink Floyd ist ohne Zweifel eine der einflussreichsten Bands im Rock Genre. Ihre Entwicklung über die Jahrzehnte ist einzigartig. Von ihrem psychedelischen Debut von „The Piper at the Gates of Dawn“ im 1967, zu ihrem Weltweitem Prog rock erfolg „The Dark side of the Moon“ im 1973, bis hin zu ihrem großen Finale mit „The Division Bell“ im 1994. Ihr Stil und ihre Texte sind unverkennbar.

Zwischen all diesen Alben kam 1979 „The Wall“ raus, eine fast ein anderthalb Stunden lange Rock Oper, die vielleicht einige von Pink Floyds berühmtesten Songs beinhaltet, wie „Another Brick in the Wall“ und „Comfortably Numb.“ Das Album wurde dann auch 1983 als Film adaptiert.

Die Geschichte von The Wall handelt von einem Rockstar, der Pink heißt. Pink, der trotz seiner Popularität, sehr Isoliert und verlassen lebt. Diese Isolation wird durch eine Mauer (im englischen Wall) symbolisiert, die er sich über die Jahre aufgebaut hat. Der Grundstein wurde gelegt, als Pinks Vater im Zweiten Weltkrieg gefallen ist und er deswegen ohne eine echte Vaterfigur aufgewachsen ist. Die Mauer ist gewachsen durch andere Ereignisse in seinem Leben.

Nachdem seine Mutter ihren Mann verlor, hat sie Pink vor allen beschützt. Dadurch hatte Pink als Kind nie irgendwelche Freunde, weil seine Mutter in allem nur Böses sah und ihn davor beschützen wollte. Auch seine Schulzeit war sehr schwierig. Sein Lehrer hat die Klasse geführt wie ein Diktator und hat freies Denken nie toleriert. Er hat Pink einmal erwischt wie er während der Stunde Gedichte schrieb. Der Lehrer hat sie der ganzen Klasse vorgelesen, was für hallendes Gelächter sorgte und endete dann mit dem Satz: „Das ist absoluter Mumpitz Junge. Mach weiter mit deiner Arbeit.“ Und gab ihm noch ein Schlag auf die Hand.

„The Wall“ basierte zum Großteil auf Ereignissen die Roger Waters selber erlebt hat. Waters, der knapp nach „The Wall“ die Band verließ und die Jahre davor viele der Songs von Pink Floyd schrieb, hatte genau wie Pink in der Geschichte seinen Vater im zweiten Weltkrieg verloren und auch eine schwere Schulzeit, da seine Lehrer ihm immer gesagt haben das er wertlos sei und er es zu Nichts bringen würde.

Waters ist dann im Jahre 1977 endgültig ausgeflippt, als Pink Floyd ihre „In the Flesh Tour“ (auch bekannt als „Animals Tour“)  hatten. Roger Waters erinnert sich heute noch an diese Tour: „Ich habe es unglaublich gehasst, weil es zu einem Sozialen Event wurde anstatt einem kontrollierten und normalen Treffen zwischen Fans und Musikern. Die ersten 60 Reihen haben nur rumgetanzt, ohne dass sie der Musik zugehört haben und der Rest konnte nur nen Scheißdreck sehen.“ Einige der Fans haben Böller angezündet, was Waters dazu veranlass hat, aufzuhören. Im Juli 1977, der letzten Station der Tour in Montreal, hat eine Gruppe von sehr aufgeregten Fans Waters so sehr irritiert, dass er auf sie gespuckt hat und dann keine Zugabe gegeben hat. Am Abend danach hat er sich mit dem Klavierspieler Bob Ezrin und seinem Freund einem Psychiater zusammengesetzt. Waters sprach davon dass er eine Mauer zwischen ihm und den Fans aufbauen wollte um sich völlig zu isolieren. Er sagte: „Ich habe den Leuten beständig gesagt, dass ich diese Tour nicht mag…für mich läuft hier alles falsch.“

Waters hat sich das nächste Jahr völlig abgespalten von den Fans und der eigenen Band. Er hat das Jahr alleine genutzt, Ideen für „The Wall“ zu sammeln.

Was wir von „The Wall“ und der Geschichte von Roger Waters lernen können, ist dass wir alle unsere eigene symbolische Mauer haben. Manche von diesen Mauern können klein oder auch riesig sein. Je nachdem was uns im Leben passiert, müssen wir verhindern, dass diese Mauer zu groß wird, oder das sie gar nicht erst existiert.

„Diejenigen die du liebst, die laufen Hand in Hand außerhalb der Mauer.“